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CDU-Kreisvorsitzender kritisiert die HAZ – die Vorgeschichte

Kreis Hildesheim - Der CDU-Kreisvorsitzende Justus Lüder kritisiert in einer Mail an alle CDU-Mitglieder heftig die HAZ. Die Redaktion legt deshalb offen, wie es zu dem Text kam, der ihn so verärgert hat – und was Lüder damit zu tun hat.

Der Kreisvorsitzende Justus Lüder fühlt sich von der HAZ in ein falsches Licht gerückt. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Im Nachgang zum HAZ-Landratsforum, das der von der CDU nominierte parteilose Landratskandidat Christopher Gedeon am Dienstag, 1. September, vorzeitig verlassen hatte, gibt es weiter Kritik von Teilen der CDU an der journalistischen Arbeit der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung. So wirft Kreisvorsitzender Justus Lüder in einer Mail an die 1700 CDU-Mitglieder der Redaktion vor, falsch und zudem „einmal mehr“ vor einer Wahl gegen die CDU gerichtet zu berichten. Die Redaktion weist das zurück und legt deshalb in diesem Text die Kommunikation zwischen Lüder und der Redaktion offen, die zu dem von ihm kritisierten Text geführt hat.

Lüder schreibt am Mittwoch, 9. September, in seiner Mail an die Mitglieder wörtlich: „Auch ich selbst wurde durch die Berichterstattung in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung angegriffen. Es wurde berichtet, dass die Landes-CDU einer von mir abgegebenen Erklärung widersprochen hätte. Das ist nicht der Fall und zeigt einmal mehr eine gegen die CDU gerichtete Art der Berichterstattung vor einer entscheidenden Wahl.“ Nähere Angaben macht er nicht, auch nicht zum Vorwurf „einmal mehr“.

Eine Mail an die Redaktion der HAZ

In dem Zeitungsartikel vom 5. September, den Lüder kritisiert, hatte sich die Redaktion auf eine Mail bezogen, mit der Gedeon und Lüder nach dem Forum ein presserechtliches Gutachten angekündigt hatten. Wörtlich schrieben sie am Tag nach dem Forum: „Angesichts der uns bekannt gewordenen Umstände haben wir die Vorbereitung zur Erstellung eines Rechtsgutachtens initiiert. Dieses soll die relevanten presserechtlichen Fragestellungen prüfen. In diesen Prozess ist der Landesverband der CDU in Niedersachsen bereits einbezogen.“ Weitere Fragen zu dem Thema hatten sich Gedeon und Lüder verbeten.

Die Redaktion nahm deshalb Kontakt zum Landesverband auf. Und der teilte schriftlich mit: „Der CDU-Landesverband ist nicht in den Prozess zur Erstellung eines Rechtsgutachtens zu presserechtlichen Fragen involviert.“ Der – von der Redaktion so eingeschätzte – Widerspruch zu Lüders Erklärung wurde zwei Tage nach dem Forum zum Thema eines kurzen Artikels, den auch der CDU-Landesverband nicht beanstandet hat.

Eine Whatsapp-Nachricht aus dem Ausland

Anders Lüder, der sich nach digitalem Erscheinen des Textes am 4. September verärgert an die Redaktion wendete und auf eine Whatsapp-Nachricht verwies. Diese hatte er nur Stunden nach dem von ihm und Gedeon verhängten Kommunikationsstopp an die Redaktion geschickt. Und zwar nachdem er angefragt worden war, wie vor diesem Hintergrund der inhaltliche Austausch bis zum Wahltag laufen soll. Lüder wörtlich: „Ich bin seit Montag für fünf Tage im Ausland. Auf Ihre Frage – die gesamte Situation ist uns seit Montagabend komplett auf dem Tisch. Ich habe Hannover und Externe gebeten, das Thema zunächst inhaltlich & sachlich zu bewerten. Danach schauen wir als KV weiter.“ Lüder meint, sich mit dieser Nachricht von der Ursprungsmail von ihm und Gedeon in Sachen Gutachten distanziert zu haben. Ein Eindruck, den die Redaktion bis heute nicht teilt.

Zu Lüders Gunsten: Nach Erscheinen des Textes und vor dem Versand der Mail an die CDU-Mitglieder hat es ausführliche Telefonate mit und unzählige Whatsapp-Nachrichten von Lüder an die Redaktion gegeben. Diese führen auf Seiten der Redaktion zu dem Eindruck, dass der Widerspruch zwischen Landesverband und Lüder nicht etwa an einer von diesem absichtlich verbreiteten Unwahrheit lag, sondern an der mangelhaften, aus Sicht der Redaktion völlig missverständlichen Kommunikation des Kreisvorsitzenden. In die Mail an die CDU-Mitglieder hat eine derartige Einschätzung keinen Eingang gefunden.

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