Parteitag wählt Nachfolgerin für Ute Bertram

Neue CDU-Vorsitzende im Kreis Hildesheim: Das will Laura Hopmann ändern

Kreis Hildesheim - Die CDU im Landkreis Hildesheim hat eine neue Vorsitzende gewählt – die bisherige Chefin Ute Bertram war beim Parteitag am Samstag nicht wieder angetreten.

Laura Hopmann überzeugte auf dem Parteitag in der Halle 39 in Hildesheim mit ihrer Bewerbungsrede für den Posten der CDU-Kreisvorsitzenden. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Der CDU-Kreisverband hat eine neue Vorsitzende: Die 31-jährige Laura Hopmann aus der Samtgemeinde Leinebergland ist bei einem Parteitag am Sonnabend in der Halle 39 in Hildesheim erwartungsgemäß zur Nachfolgerin Ute Bertrams gewählt worden. Die 60-jährige Alfelderin hatte am Tag nach der Bundestagswahl erklärt, nicht erneut anzutreten.

Hopmann verspricht Mitgliedern der CDU mehr Wertschätzung

Doch nicht nur ganz oben an der Parteispitze gab es eine Veränderung: Mehr als die Hälfte der insgesamt 23 Vorstandsmitglieder mischten in dem Gremium bislang nicht mit, alle vier Stellvertreter Posten wurden neu besetzt. Aus der personellen Erneuerung soll eine strukturelle folgen. „Ich möchte, dass sich ein CDU-Mitglied wertvoll fühlt“, sagte Hopmann – und bekam dafür starken Beifall.

Dass die Landtagsabgeordnete, die bislang zu Bertrams Stellvertreterin zählte, deren Amt übernimmt, stand bereits zu Beginn des Parteitags fest: Hopmann war die einzige Bewerberin, ihre Wahl dadurch Formsache. Umso spannender geriet die Frage nach dem Ergebnis und wie die Rede der Christdemokratin bei ihren Parteifreunden ankommen würde.

91 Prozent Zustimmung für neue Chefin – die ist damit zufrieden

Nun: Die Basis bescherte der neuen Kreis-Vorsitzenden mit 91 Prozent Zustimmung ein gutes Resultat. Entsprechend zufrieden zeigte sich Hopmann. „Ich habe auf dem Kreisparteitag einen Ruck gespürt.“ Zu diesem Eindruck trug die 31-Jährige selbst erheblich bei: Ein Mitglied lobt ihre Rede gegenüber der HAZ später mit den Worten, das sei das Beste gewesen, was er seit langem in solch einem Rahmen gehört habe.

Hopmann legte ein klares Bekenntnis zur CDU ab, sie schilderte mit sehr persönlichen Einblicken, warum sie sich als junge Frau ausgerechnet jener Partei angeschlossen habe, die als „Altherrenverein, als Kanzlerwahlverein“ gelte: Sie habe gefunden, die CDU sei die einzige Partei, die die so unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen in diesem unterschiedlichen Land in Einklang bringe. „Ich glaube daran noch heute.“

„Die CDU ist in der Zeit der Regierung arrogant geworden“

Doch in 16 Jahren Regierungszeit die CDU arrogant geworden, habe dabei die Mitglieder als „wichtigste Unterstützer, Wahlkämpfer und Botschafter“ der Partei verloren. Sie wolle diese zurückgewinnen, kündigte Hopmann an. Der Vorstand – den sie und ihre Stellvertreter allesamt als „Team“ verstanden haben wissen wollen – werde sich damit befassen, wie man die Wertschätzung der einzelnen Mitglieder stärken könne, wie sich Hürden beim Mitmachen für sie, aber auch Menschen, die über einen CDU-Eintritt nachdächten, einreißen ließen.

Sie habe schon Ideen, wolle aber dem Vorstand und der Basis nicht vorgreifen, betonte die neue Parteichefin und kündigte eine „gründliche Mitgliederbefragung“ an. Dergleichen müsse Standard sein, sagte Hopmann. Der Kreisvorstand müsse den Willen der Basis umsetzen, „er darf kein Debattierclub sein.“

Zum Abschied stehende Ovationen für Ute Bertram

Hopmanns Vorgängerin Bertram ging in ihrer Abschlussrede wie ihre Nachfolgerin mit der Bundes-CDU hart ins Gericht. Diese habe im Bundestagswahlkamp keine Antworten auf drängenden Fragen zur Energiepolitik, Rente und anderen Themen gewusst, an Kernkompetenz verloren. „Die Bevölkerung hat uns immer weniger zugetraut, die Probleme des Landes zu bewältigen“, sagte Bertram. Sie sei aber optimistisch, dass die Union gestärkt aus der Krise hervorgehe, wenn sie die Basis besser einbinde. Die rund 140 Teilnehmer des Parteitag verabschiedeten die Alfelderin mit stehenden Ovationen.

Das beste Ergebnis der vier stellvertretenden Vorsitzenden erhielt der Adlumer Max Dettmar, der Kreisvorsitzende der Junge Union bekam 98 Prozent der Stimmen. Es folgten die Alfelderin Sandra Flake (93 Prozent), Kathy Renner-Köhne aus Itzum (91,5 Prozent) und die Bockenemerin Anke von Gadenstedt (79 Prozent). Schatzmeister Dennis Münter wurde mit 97 Prozent bestätigt, der neue Schriftführer Andreas Koschorrek kam auf 85 Prozent. Der Vorstand sei eine sehr gute Mischung aus neuen und erfahrenen Mitgliedern, jüngerer und betagten, männlichen und weiblichen, unterstrich Hopmann. „ Ich bin geradezu euphorisch, mit diesem neuen Team in die Arbeit zu starten.“

Generalsekretär lobt Hopmann als „einer der goßen Talente“

Ein dickes Kompliment bekam Hopmann vom niedersächsischen CDU-Generalsekretär Sebastian Lechner, mit dem sie gemeinsam im Landtag sitzt: Die neue Kreisvorsitzende sei eines der großen Talente in der Landes-CDU, „ich schätze ihre Ideen sehr.“

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