Steuer-Diskussion

CDU will Jagdsteuer im Landkreis Hildesheim kippen

Kreis Hildesheim - Die CDU will die Jagdsteuer im Landkreis Hildesheim abschaffen – dies ist in einigen anderen Regionen schon geschehen. Mit dem Antrag muss sich nun die Kreispolitik beschäftigen.

Jäger werden in der Region zur Kasse gebeten - sie müssen bislang eine Spezialsteuer zahlen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Kreis Hildesheim - Die CDU-Kreistagsfraktion will eine Abschaffung der Jagdsteuer und hat dazu eine Abstimmung in der nächsten Kreistagssitzung beantragt. Diese Abgabe müssen Jäger an den Kreis leisten. „Sie ist ein Relikt aus alter Zeit“, sagt der CDU-Fraktionschef Friedhelm Prior. Heute sei es eine öffentliche Aufgabe, etwa die Ausbreitung invasiver Arten oder Tierseuchen zu bekämpfen. Heißt: Wenn die Afrikanische Schweinepest weiter vorrückt und Wildschweine als mögliche Überträger in Schach gehalten werden müssen, sind aus CDU-Sicht die Jäger gefordert. Die Erfüllung dieser Aufgabe sei ohne sie überhaupt nicht möglich.

Den durch eine Streichung der Steuer entfallenden Einnahmen seien laut CDU Kosten gegenüberzustellen, die Jäger bereits seit Jahren zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben übernähmen.

Die Abschaffung der Steuer, wie bereits in verschiedenen Landkreisen geschehen, sei einer Steuerminderung vorzuziehen, weil mit der Abschaffung der Verwaltungsaufwand vollständig entfalle.

Ein „Anachronismus“

Die Jägerschaft Hildesheim sieht die Steuer als „Anachronismus“: Vor dem Hintergrund der erbetenen und im Krisenfall zeitaufwändigen ehrenamtlichen Mithilfe der Jäger sei die Abgabe kontraproduktiv, so Kreisjägermeister Joachim Algermissen auf HAZ-Nachfrage. Es ist aus seiner Sicht paradox, dass freiwillig erbrachte ehrenamtliche Leistungen nicht honoriert, sondern im Gegenteil durch eine Steuer geradezu „bestraft“ werden.

Die Mehrheitsgruppe im Kreistag hat sich zur Forderung der CDU auf HAZ-Anfrage noch nicht geäußert. Der Niedersächsische Landkreistag befürwortet den Erhalt der Abgabe, der Kreistag sollte aber „das Für und Wider einer Abschaffung abwägen.“

Rund 144 000 Euro im Jahr

Die Jagdsteuer beträgt nach Angaben der Verwaltung im Kreis Hildesheim rund 144 000 Euro pro Jahr. Die Abgabe wird dem Landkreistag zufolge derzeit in 21 Kreisen und der Region Hannover erhoben. Der Steuersatz liegt zwischen fünf und 20 Prozent. Die Jagdsteuer wird prozentual von der Jagdpacht berechnet. Der Kreis Hildesheim hat 20 Prozent festgesetzt. Es gibt aktuell 2400 Jagdschein-Inhaber im Kreis. Steuerpflichtig sind Revierinhaber – zurzeit etwa 500 Personen.

Die Jagdsteuer ist die einzige originäre Steuer, die den 36 Kreisen und der Region Hannover direkt zufließt. 15 Kreise in Niedersachsen erheben sie nicht mehr. Die Haupteinnahmequelle der Kreise ist die Kreisumlage, die die Kommunen zahlen.

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