Geflügelzucht

Chabos, Cemani und Araucana – in Hildesheim krähen wieder Hähne um die Wette

Hildesheim - In Hildesheim haben Geflügelzüchter aus der Region beim traditionellen Hähnekrähen ihre Lieblinge gegeneinander ankrähen lassen. Wie das abläuft und welche Hähne gewonnen haben.

Der Araucana-Hahn fällt besonders durch die sogenannten Bommeln an beiden Seiten seines Kopfes auf. Foto: Joscha Röhrkasse

Hildesheim - Chabos, Cemani, und Araucana – wer jetzt an Rapmusik oder den chilenischen Nationalbaum (Araukarie) denkt, liegt leider daneben. In Wahrheit sind das nämlich die Namen verschiedener Hühnerrassen. Chabos sind japanische Zwerghühner. Cemani-Hühner kommen ursprünglich aus Indonesien und fallen durch ihr dunkles Erscheinungsbild auf. Ihre Federn und Füße, ihr Kamm und ihre Augen, selbst ihr Fleisch, ihre Knochen und Organe sind schwarz.

Araucana bezeichnet eine südamerikanische Hühner-Rasse, die Ende des 19. Jahrhunderts in Chile entdeckt worden ist. „Die legen grüne Eier“, sagt Friedbert Fabig. Er ist Zuchtwart beim Geflügelzuchtverein Hildesheim. Auf dessen Anlage sind am Samstag 17 Züchterinnen und Züchter zusammengekommen, um 30 Hähne verschiedener Rassen um die Wette krähen zu lassen.

Das Hähnekrähen hat in Hildesheim Tradition

In zwei Durchgängen á 20 Minuten haben Freiwillige die Krährufe gezählt, um zu ermitteln, welcher Hahn am häufigsten kräht. Gewertet wurden drei Klassen: Große Hühner, Zwerghühner und die Hähne von jugendlichen Züchtern. Der schweigsamste Hahn gewann zudem den Titel „nachbarschaftsfreundlichster Hahn“. Diesen Titel erhielt am Samstag Heinrich Hennies mit einem Federfüßigen Zwerghahn, der in beiden Durchgänge nicht einmal krähte.

In der Klasse der großen Hühner gewann der zehnjährige Filipp Fasterding mit seinem Australorpshahn Blacky (53 Krährufe). In der Kategorie Zwerghühner gewann Max-Lennert Reinold mit einem Zwerg-Friesenhahn (36 Krährufe). Als Sieger unter den jugendlichen Züchtern ging Damian Stricker hervor. Sein Araucanahahn brachte es auf insgesamt 74 Krährufe.

„Das traditionelle Hähnekrähen machen wir schon seit einigen Jahren“, berichtet Fabig. 1994 hat es der Geflügelzuchtverein damit sogar bis ins Guinness-Buch der Weltrekorde geschafft. Damals haben auf dem Hildesheimer Marktplatz 504 Hähne aus ganz Deutschland um die Wette gekräht.

Es geht um den Spaß an der Sache

Wie oft ein Hahn kräht, sage eigentlich nicht viel über das Tier aus, erklärt Ronald Fasterding. Hähne würden instinktiv krähen, um ihr Revier abzugrenzen, sagt er. Das traditionelle Hähnekrähen sei irgendwann mal mehr oder weniger aus Zufall entstanden. Für Fasterding und die anderen Züchter geht es vor allem um den Spaß an der Sache.

Außerdem hofft der Verein, damit junge Leute für die Geflügelzucht zu begeistern. Einen Tag lang konnten sich Interessierte die verschiedenen Hähne aus der Nähe anschauen. Dass die Tiere durch den Wettbewerb gestresst werden, glaubt Fasterding nicht. „Wir trainieren die ja darauf.“

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