Zukunft des Warenhauses

Kaufhof Hildesheim: Betriebsversammlung um 14 Uhr

Hildesheim - Galeria Karstadt Kaufhof will weniger Filialen schließen als zwischenzeitlich angedroht. Ob es in Hildesheim weitergeht, soll am Freitagnachmittag bekannt werden.

Die Entscheidung über die Zukunft des Hildesheimer Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof rückt näher, Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Chancen auf den Erhalt der Hildesheimer Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof steigen. Gewissheit soll es nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di am Freitagnachmittag geben. Für 14 Uhr ist ist in Hildesheim wie in allen anderen Filialen bundesweit eine Betriebsversammlung angesetzt. Die Niederlassungen, die geschlossen werden sollen, machen für den Rest des Freitags nicht mehr auf.

Am Donnerstagabend unterschrieben Konzernspitze, Betriebsrat und die Gewerkschaft eine Vereinbarung, die die Schließung von 62 der insgesamt 172 Warenhäuser des Unternehmens vorsieht.

Noch vor einigen Wochen hatte die Galeria-Spitze mit der Schließung von bis zu 80 Filialen gedroht. Am Freitag will das Unternehmen nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien die Mitarbeiter und dann auch die Öffentlichkeit informieren, welche Häuser geschlossen werden sollen.

Kein erneuter Personalabbau?

Wenn die Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof in Hildesheim erhalten bleibt, droht ihr voraussichtlich kein weiterer Personalabbau. Dieses Zwischenergebnis hatte Ver.di im Zuge der Verhandlungen bereits am Mittwoch bekanntgegeben. Die Zusage stehe aber „unter dem Vorbehalt einer Gesamtlösung“, hieß es am Mittwoch. Diese Lösung scheint nunmehr gefunden. Wohl auch, weil in vielen Städten die Vermieter die angeschlagenen Warenhaus-Konzern noch einmal entgegenkamen.

Die ursprünglichen Planungen der Galeria-Spitze um Sachwalter Frank Kebekus und den Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz hatten vorgesehen, nicht nur bis zu 80 Niederlassungen von Karstadt und Kaufhof zu schließen, sondern in den verbleibenden Warenhäusern auch noch einmal zehn Prozent des Personals einzusparen.

Belegschaft ausgedünnt

Dieses Ansinnen hatte früh für Kritik gesorgt. Schließlich hatte Galeria Kaufhof schon im vergangenen Jahr Stellen gestrichen. Dabei war das Unternehmen ohne Kündigungen ausgekommen, doch die Folgen bekamen die Kunden auch in Hildesheim deutlich zu spüren. Es wurden weniger Kassen geöffnet, auch Kundenberater sind seither oft schwieriger zu finden als vorher.

Galeria Karstadt Kaufhof befindet sich derzeit in einem sogenannten vorläufigen Schutzschirm-Verfahren. Am 1. Juli soll das eigentliche Schutzschirm-Insolvenzverfahren beginnen. Dann könnte das Unternehmen auch wieder Kurzarbeit anmelden – eine Option, die die Firmenspitze prüft, da noch immer deutlich weniger Kunden in den Filialen unterwegs sind als vor der Corona-Krise.

Das hiesige Kaufhof-Gebäude gehört nach HAZ-Informationen dem österreichischen Immobilienkonzern Signa, der ebenso von Investor René Benko kontrolliert wird wie die Warenhaus-Kette selbst. Dass Benko in Hildesheim quasi sein eigener Vermieter ist, könnte sich ebenso als hilfreich für den Standort erweisen wie die Tatsache, dass der Kaufhof an der Fußgängerzone zumindest früher im Ruf stand, schwarze Zahlen zu schreiben.

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