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Rund 100 Oldtimer im Kreis Hildesheim zu bestaunen – in einem war schon ein Hollywood-Star auf Achse

Kreis Hildesheim - Oldtimer-Liebhaber sind am Sonntag voll auf ihre Kosten gekommen. Ein Blickfang ist dabei das älteste Auto, ein Wagen von 1931, mit dem früher die Hollywood-Größe Tony Curtis unterwegs war. (Mit Video)

Für die Tour mit dem klingenden Namen „Silberne Rose“ sind die Schätzchen auf Hochglanz poliert worden. Foto: Michael Vollmer

Kreis Hildesheim - Der Packard 833 Phaeton aus dem Jahr 1931 ist bei der Rallye um die „Silberne Rose von Hildesheim“ gleich aus mehreren Gründen der große Star gewesen. Nicht nur, dass die Nobelkarosse als ältestes Fahrzeug bei der Veranstaltung des Hildesheimer Automobil-Clubs im ADAC an den Start gegangen ist, sondern auch die Geschichte lässt die Herzen der Fans alter Autos ganz sicher ein wenig schneller schlagen. Schließlich haben in dem amerikanischen Fahrzeug tatsächlich schon mal Stars aus der Welt des Films Platz genommen. „Es gibt ein Bild, auf dem Tony Curtis mit dem Packard zu sehen ist“, berichtet Wolfgang Eisert, dem das Schätzchen seit 30 Jahren gehört.

Aber auch andere Hollywood-Größen seien damit zu den verschiedensten Anlässen wie Filmpremieren oder zu Drehorten chauffiert worden. Für den Bürger war das Luxusauto nicht bezahlbar.

Das Fahrzeug kostete 3500 Dollar, so viel wie etwa 17 Autos vom Typ Ford A. Ein Arbeiter verdiente damals aber gerade mal 30 Dollar im Monat. „Wer solch einen Wagen besaß, der ließ sich fahren. Es waren wirklich nur die Reichsten der Reichen, die ihn sich leisten konnten“, erläutert der Hannoveraner, der den Packard von einem Sammler in Los Angeles gekauft hat.

Eine ganz andere Geschichte wusste Lutz Szech von seinem Auto, einem Mercedes 250 SE Coupé, Baujahr 1966, zu erzählen. Der Mercedes gehörte dem Alfelder Schrotthändler Klein, der ihn nach vierjähriger Nutzung an den Vater von Lutz Szech verkaufte. Einige Dinge gefielen dem neuen Besitzer aber nicht. Zum Beispiel erhielt der 250 SE eine andere Farbe. „Der Zustand des Fahrzeuges ist wirklich hervorragend“, erläutert Szech, der den Wagen vor einiger Zeit von seinem Vater übernommen hat. „Ich bin schon ganz gespannt auf die Route. Aber allein die Anfahrt war schon sehr schön“, sagt der Mann aus Delligsen, der mit seiner Partnerin Anne Fleige erstmalig an der Rallye um die „Silberne Rose“ teilgenommen hat.

„Rallye ist ein hervorragender Saisonauftakt“

Sonntagmorgen ließ sich zwar immer wieder die Sonne blicken, aber wirklich angenehm war die Temperatur mit sieben Grad Celsius wirklich nicht. Davon ließ sich Rainer Crome aber nicht abschrecken und öffnete kurzerhand das Dach seines 53 Jahre alten Triumph TR 6 PI.

„Ich freue mich schon auf die Rundfahrt, die Rallye ist immer ein hervorragender Saisonauftakt“, berichtet der Bockenemer. Da wurde die „Silberne Rose“ gleich zu einem Familienevent, bei dem auch seine Frau Tanja mit einem Austin A55 Cambridge und Sohn Hendrik im Goggomobil auf einen vorderen Platz hofften.

Ein Bad in der Menge

Vom Autohaus Feddersen in Bad Salzdetfurth führte die knapp 160 Kilometer lange Route durch den Südkreis zunächst in Richtung Alfelder Marktplatz, wo beim Frühlingsmarkt ein Bad in der Menge auf dem Programm stand. Ein Moderator stellte die rund 100 historischen Fahrzeuge bis Baujahr 1990 im Detail vor. Ziel der Mittagsrast war das Jägerhaus im Hainberg.

Während der Tour durch eine landschaftlich reizvolle Umgebung warteten 25 Kontrollstellen auf die Teams. Besonders knifflig gestalteten sich dabei die Gleichmäßigkeitsprüfungen. An den Stopps geht es darum, zum Beispiel 500 Meter in exakt 50 Sekunden zu absolvieren. „Das kann ganz schnell schief gehen“, weiß auch Rallyespezialist Hans Jochen Martini aus Bockenem. Wer bei diesen Prüfungen - eine davon wartete in den Kurven zwischen Jerze und Bornum auf die Oldtimerfreunde - zu schnell oder zu langsam unterwegs war oder wem Einträge im Bordbuch fehlen, der kassiert Strafpunkte. Nur die Teams mit den kleinsten Strafpunkte-Konten haben am Ende bei der Siegerehrung die Chance, auf dem Treppchen zu stehen.

Von Michael Vollmer

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