Corona-Folgen

Corona-Folgen: Jetzt sollen Dozenten Hildesheims Schülern helfen

Kreis Hildesheim - Das Land nimmt 70 Millionen Euro in die Hand, um die Folgen der Corona-Pandemie an Niedersachsens Schulen zu lindern. Das Bildungsbüro des Landkreises Hildesheim will jetzt dabei helfen, dass das Geld möglichst optimal eingesetzt werden kann.

Zehntklässler des Scharnhorstgymnasiums lernen bei weit geöffnetem Fenster. Foto: Chris Gossmann (Archivbild)

Kreis Hildesheim - Das Land nimmt 70 Millionen Euro in die Hand, um die Folgen der Corona-Pandemie an Niedersachsens Schulen zu lindern. Jede Schule soll rund 23 000 Euro erhalten – das Bildungsbüro des Landkreises will jetzt dabei helfen, dass das Geld möglichst optimal eingesetzt werden kann.

Es ermittelt gerade den Bedarf an den Bildungseinrichtungen und will anschließend Lehrerinnen und Lehrer sowie andere Dozenten suchen, die die schulbegleitenden Angebote übernehmen. „Unser Ziel muss es sein, die Lücken an den Schulen möglichst gut zu schließen“, sagt Margitta Rudolph, Geschäftsführerin der Volkshochschule (VHS) Hildesheim. Das Bildungsbüro ist eine Einrichtung der VHS. Berndt Seiler (SPD), Vorsitzender des Kreis-Schulausschusses, spricht von einer erheblichen Erleichterung für die Schulen. „Es ist gut, dass dort jetzt nicht die ganze Arbeit hängen bleibt.“

Das Angebot des Bildungsbüros ist freiwillig

Das Angebot des Bildungsbüros ist ein freiwilliges. Alle mehr als 100 Schulen im Landkreis Hildesheim, Grund- wie weiterführende Schulen, werden mit dem Geld ausgestattet und dazu in die Lage versetzt, einen Mix aus verpflichtenden Fördermaßnahmen und freiwilligen Unterstützungsangeboten auf die Beine zu stellen. Ursprünglich sollten die Schulträger das Geld bekommen, jetzt wird es direkt an die Schulen überwiesen. Wie sie das Geld einsetzen, etwa um Lerndefizite aufzuholen, bleibt ihnen überlassen. Sie können mit dem Geld aus dem „Aufholpaket“ also auch andere Wege beschreiten.

Allerdings deutet sich laut Thomas Mastel vom Bildungsbüro an, dass viele auf das Angebot des Landkreises zurückgreifen wollen. Innerhalb von vier Tagen hätten sich bereits zwölf Schulen mit konkreten Anfragen an ihn gewandt. Bei der Mehrzahl handele es sich um Grundschulen, aber es seien auch bereits Oberschulen und ein Gymnasium dabei. Mitunter hätten sie sehr konkrete Vorstellungen geäußert, an wie vielen Tagen, zu welchen Zeiten und in welchen Unterrichtsbereichen sie Hilfe benötigten.

Bewerber sollten mindestens pädagogisch vorgebildet sein

Bei den Dozentinnen und Dozenten, die anschließend in die Schulen gehen sollen, wird es sich nicht durchweg um Frauen und Männer mit abgeschlossenem Lehramtsstudium handeln. Allein schon, weil sich aktuell kaum unbeschäftigte Lehrkräfte auf dem Arbeitsmarkt tummeln. „Mindestens eine pädagogische Vorbildung sollten sie aber haben“, sagt VHS-Chefin Rudolph.

Allerdings bedeutet dies im Umkehrschluss nicht, dass ausschließlich VHS-Kräfte zu den Schulen ausrücken. Das Bildungsbüro hat bereits Kooperationspartner wie die Uni Hildesheim, die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), die Deutsche Angestellten-Akademie oder die Buhmannschule angepeilt, deren Studierende, Mitarbeiterinnen oder Absolventen entsprechende Aufgaben übernehmen könnten. Gerade für aktuelle Lehramtsstudenten halte er dies für eine Nebenbeschäftigung mit Mehrwert, sagt CDU-Kreistagsmitglied Philipp Thalmann. „Es kann sehr sinnvoll sein, wenn man an dieser Stelle bereits Unterrichtserfahrung sammelt.“

VHS-Chefin hofft, dass die Einrichtung bleiben wird

Für die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern ist das Angebot generell kostenfrei. Margitta Rudolph will erreichen, dass diese Leistung des Bildungsbüros auch nach der Bewältigung der Corona-Krise Bestand haben wird. „Ich hoffe, dass es eine dauerhafte Einrichtung wird, die den Schulen weiterhin zur Seite steht.“

Weitere Informationen gibt es beim Bildungsbüro unter Telefon 05121/9361-321 sowie per E-Mail unter mastel@vhs-hildesheim.de.

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