Nach den Tiebreak-Krimis in der Hauptrunde wollen die Grizzlys am Samstag zum Playoff-Auftakt in Düren den ersten Big Point landen.
Von Ole KleinHildesheim. Der Würfel ist gefallen, die Rechnungen der Hauptrunde beglichen – jetzt zählt nur noch der K.-o.-Modus. Für die Helios Grizzlys Giesen beginnt heute um 19.30 Uhr die heiße Phase der Saison mit dem ersten Viertelfinal-Match in der Arena Kreis Düren.
Es ist die Phase, auf die jeder Profi die gesamte Saison hinfiebert . „Jetzt ist Crunchtime“, bringt es Kapitän Jan Röling auf den Punkt. Während der normale Ligabetrieb gegen Ende manchmal etwas langwierig erscheinen könne, sei die Einstellung im Kopf nun eine ganz andere: „Jeder Spieltag ist entscheidend“, beschreibt der Zuspieler die knisternde Stimmung in der Kabine. Als Tabellenfünfter fordern die Giesener den Viertplatzierten aus Nordrhein-Westfalen in einer „Best-of-Three“-Serie heraus, die nach den bisherigen Saisonverläufen keinen Favoriten kennt.
Zwei Siege reichen zum Weiterkommen. Da die Dürener die Hauptrunde vor den Giesenern abschlossen, genießen sie den Heimvorteil in Spiel eins und einem möglichen Entscheidungsspiel. Dass die Grizzlys in der Eifel bestehen können, haben sie in der regulären Saison bewiesen. Beide Duelle entwickelten sich zu packenden Fünf-Satz-Matches, bei denen jeweils das Heimteam erst in der Verlängerung die Nase vorn hatte.
Vor allem das Gastspiel in Düren im Januar blieb als Drei-Stunden-Thriller in Erinnerung. Die Giesener schnupperten am Auswärtssieg und hatten im vierten Satz beim Stand von 19:17 sowie später sogar Matchbälle zum Sieg, bevor Düren den Satz mit 32:30 und schließlich das Spiel für sich entschied. „Wir müssen nicht viel ändern. Wir waren sehr nah dran“, analysiert Trainer Itamar Stein. „Wenn wir so performen können, haben wir viele Chancen zu gewinnen.“
Sorgen um die physische Frische nach den kräftezehrenden Wochen wischt Stein beiseite. Nach zwei freien Tagen startete die Mannschaft am Dienstag hochkonzentriert in die Vorbereitung. „Ich denke, wir haben sehr gut regeneriert. Die Jungs haben drei sehr gute Einheiten absolviert“, so Stein. Ein wichtiges Signal gibt es zudem von Außenangreifer Cody Kessel, der nach einer mehrwöchigen Verletzungspause zurück im Training ist. Zwar ist Kessel noch nicht ganz bei 100 Prozent, doch das Trainerteam hofft, dass er am Samstag bereits wichtige Akzente setzen kann.
Kapitän Jan Röling mahnt vor dem Spiel jedoch zur Vorsicht: „Man denkt immer nur von Spiel zu Spiel. Jetzt irgendwie schon von der Meisterschaft zu reden, brauchen wir noch nicht.“ Für die Mannschaft zählt aktuell die erste Hürde in der Eifel, denn die Grizzlys wissen um die Schwere der Aufgabe: „Wir müssen einmal in Düren gewinnen, wenn wir weiterkommen wollen.“
Trotz der emotionalen Bedeutung – es ist Steins letzte Playoff-Saison nach zehn erfolgreichen Jahren – bleibt der Fokus innerhalb der Mannschaft rein sportlich. „Das Spotlight ist nicht auf mir. Das ist kein Thema in der Kabine“, betont der Trainer. Vielmehr rückt er den gemeinsamen Erfolg in den Vordergrund, den sich das Team bereits vor der Saison zum Ziel gesetzt hat. „Es geht um die Mannschaft und den Erfolg, den wir uns wünschen“, stellt Stein klar.
Ein Sieg im ersten Auswärtsspiel wäre der entscheidende Big Point, um im Heimspiel am Samstag, 4. April, in Hildesheim bereits den Einzug ins Halbfinale perfekt zu machen.
„Wir müssen nicht viel ändern“
Noch keine Gedanken an eine mögliche Meisterschaft
„Das Spotlight ist nicht auf mir“
Weitere Viertelfinalspiele:
SVG Lüneburg – WWK Volleys Herrsching (Samstag, 19 Uhr)
Berlin Recycling Volleys – Netzhoppers KW Bestensee (Samstag, 18 Uhr)
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