Hildesheim - Auf der Baustelle in der Dammstraße gehen voraussichtlich noch in dieser Woche die Vorbereitungen für den Einbau der Betonplatte weiter, mit der die Stadt die historische Brücke unter der Fahrbahn versiegeln will. Dazu sollen als nächstes die Reste eines Mauerwerks aus dem 18. oder 19. Jahrhundert abgeschliffen werden. Diese sind so hoch, dass sie der Platte im Wege stehen.
Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollten die Arbeiten eigentlich weiter sein. Doch dann hatten die Archäologen Mitte Dezember mehrere überraschende Entdeckungen gemacht. So ist das Pflaster auf der Nordseite der historischen Brücke höher als erwartet, weshalb die Pläne für die Betonplatte angepasst werden mussten – das Denkmalrecht verbietet es, Teile der Brücke zu entfernen. Anders verhält es sich mit der neuzeitlichen Mauer: Sie darf mit dem Segen der Stadtdenkmalpflege und des Landesamtes für Denkmalpflege abgetragen werden.
Land will 50.000 Euro als Zuschuss geben – doch bislang hat die Stadt Hildesheim das Geld noch nicht beantragt
Nach Angaben der Stadt und der Stadtentwässerung (die formal als Bauherr fungiert) aus dem November 2024 entstehen durch die Arbeiten rund um die historische Brücke voraussichtlich Kosten von rund sechs Millionen Euro, davon entfällt rund eine halbe Million Euro auf den Einsatz der Archäologen. Das Wissenschaftsministerium hatte dem Rathaus dafür bereits im Sommer 2024 schriftlich einen Betrag von 50.000 Euro als Zuschuss in Aussicht gestellt. Bislang sei allerdings kein entsprechender Antrag aus Hildesheim eingegangen, heißt es aus dem Ministerium. Man wolle das Geld erst dann beantragen, wenn die archäologischen Arbeiten abgeschlossen seien, begründete Rathaussprecher Helge Miethe dies auf Anfrage der HAZ: Es bestehe keine Eile, da die Mittel nicht verfielen – was das Ministerium der HAZ bestätigte. Weitere mögliche Fördertöpfe seien im Haus nicht bekannt, sagte Miethe. Der Stand der Arbeiten in der Dammstraße ist am Mittwoch Thema im Finanzausschuss.
