Typisch!

Das Jobcenter Hildesheim macht’s mit Musik – armer Rio Reiser!

Hildesheim - Haben Sie nachts um halb eins schon mal an das Jobcenter Hildesheim gedacht? Höchste Zeit, dass Sie damit anfangen, denn das Amt kommt uns plötzlich musikalisch.

Dieser Mann kann drei bis vier Akkorde auf der Gitarre schrammeln - jetzt überlegt er, ob er seine Dienste dem Jobcenter anbieten soll. Typisch! Foto: Julia Moras

Hildesheim - Mit Musik lässt sich manches viel leichter sagen, geschätzte Leserinnen und Leser, und damit meine ich nicht nur Liebesschwüre und ihr Gegenteil. Stellen Sie sich zum Beispiel mal vor, Sie wären ein Jobcenter, meinetwegen das in Hildesheim, und Sie wollten vermeiden, dass sich ständig nervige Klienten bei Ihnen auf den Fluren die Beine in den Bauch stehen, nur weil sie mit irgendwelchen Formblättern nicht klarkommen oder schon wieder eine Frist verdaddelt haben. „Man müsste die Leute dazu bewegen, den ganzen Kram online abzuwickeln“, würden Sie sich vermutlich als Jobcenter denken. Schließlich haben Sie eine schicke App, mit der das alles prima geht. Aber wie übermitteln Sie’s dem Kunden? Richtig, mit Musik!

Clip mit viel Geschrammel und Gesang

Zur Veranschaulichung empfehle ich Ihnen den Clip des echten Jobcenters: „Das alles, und noch viel meeeehr; kann ich machen – in der App vom Jobcenteeeer“, ist da zu hören. Kenner merken gleich, das erinnert an Rio Reisers König von Deutschland. Der gute Rio ist nun schon 30 Jahre nicht mehr unter uns, er kann sich also nicht wehren. Nicht gegen den Gesang, nicht gegen die Reime, nicht gegen das Geschrammel. Ich vermute aber, das ist alles augenzwinkernd gemeint, den Leuten im Amt müssen die Lider wehtun vor lauter Zwinkerei. Warum aber ALLE Jobcenter-Klienten im kurzen Filmchen am helllichten Tag im Bett liegen, wenn sie an die Behörde denken, muss mir bei Gelegenheit aber noch mal wer erklären. Zum Schluss lassen wir lieber den echten Rio Reiser zu Wort kommen. „Ich hab jede Menge Zeit, ich hab ’n Wecker, der nicht richtig tickt“, hat er mal gesungen. Das Lied hieß: Arbeitslosenreggae.

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