Neue Apotheke kommt dazu

Das neue Ärztehaus am Ratsbauhof wächst – so ist der aktuelle Stand des Millionenprojekts in der Hildesheimer Innenstadt

Hildesheim - Das neue Ärztehaus im Ratsbauhof wächst zunehmend heran, Anfang Juni folgt bereits der nächste Einzug. Wie das mehrere Millionen Euro teure Projekt voranschreitet, sagen die beiden Geschäftsführer der Ratsbauhof Objekt GmbH bei einem Baustellenbesuch. (mit Video)

Die Arbeiten im neuen Ärztehaus am Ratsbauhof gehen voran – schon bald zieht dort als nächstes eine Apotheke ein. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim - Nagelneue Praxisräume in einer Hälfte, Farbtöpfe, Schreinertische und gestapeltes Dämmmaterial in der anderen – wer aktuell den Ratsbauhof betritt, dem bietet sich ein geteiltes Bild. Denn während der Betrieb in Teilen des neuen Ärztehauses in der Innenstadt bereits läuft, wächst das medizinische Zentrum an anderen Stellen Stück für Stück heran. Nun steht die Eröffnung eines weiteren teils bevor: Die Salzer Apotheke richtet ihre neue Filiale direkt am Eingang des Gebäudes ein.

„Nächste Woche soll das hier wie neu aussehen“, sagt Benedikt Salzer am Donnerstag auf der Apotheken-Baustelle und zieht den Kopf leicht ein, um einem aus der Decke hängenden Kabel auszuweichen. „Das glaubt man vorher gar nicht.“ Salzer ist Mitinhaber der familiengeführten Salzer Apotheke, die demnächst in das neue Ärztehaus einzieht – am 2. Juni, so der derzeitige Plan, soll es dort losgehen. In den vergangenen Wochen sei Salzer „überraschend häufig“ gefragt worden, ob die Apotheke das Ärztehaus am Bahnhof zugunsten des Ratsbauhofs verlässt. Dem sei aber nicht so, bekräftigt er, geplant sei stattdessen ein zweiter Standort der Apotheke. Und das soll sich nicht nur in der identischen Inneneinrichtung, sondern auch im Angebot der Apotheke zeigen – im Ratsbauhof erwarte die Besucherinnen und Besucher der gleiche Service wie am Hauptbahnhof, inklusive Impfzentrum. „Wir wollen ein möglichst einheitliches Bild für die Kunden haben“, so Salzer.

Ärztehaus soll Mitte 2026 fertig sein

Der Einzug der Apotheke ist einer von zahlreichen Schritten, bis das neue Ärztehaus in der Innenstadt vollständig ist. Seit rund drei Jahren laufen die Arbeiten daran bereits, sagt Hanko Zeitzmann, der ebenso wie Benedikt Salzer Geschäftsführer der für das Ärztehaus federführenden Ratsbauhof Objekt GmbH ist. „Grundsätzlich laufen wir gut durch“, meint Salzer mit Blick auf den Baufortschritt.

So hat das Medizinische Versorgungszentrum Vinzentinum des St. Bernward Krankenhauses seine neuen Räume bereits dort bezogen, wo einst Tausende im Pascha und der Bierbörse feierten. In rund vier Wochen sollen die Gerüste in der Mitte des Ratsbauhofs verschwinden, im Anschluss beginnen die Arbeiten an einem neuen Treppenhaus in den oberen beiden Stockwerken. Ende 2025, kündigen Zeitzmann und Salzer an, soll der Umbau des Gebäudes weitestgehend abgeschlossen sein, Mitte 2026 ist für den Einzug der letzten Mietsparteien angepeilt. Einzig der Vertrag mit dem geplanten Ambulanten Operationszentrum werde derzeit noch verhandelt, alle anderen Mietverträge seien bereits „in trockenen Tüchern“.

Investition in Millionenhöhe

Bis das Ärztehaus fertig ist, dauert es also noch etwas – insgesamt sei es ein langer Weg gewesen, sind sich beide Geschäftsführer einig. Der auch die eine oder andere Überraschung mit sich gebracht habe, etwa beim Flachdach auf der Rückseite des Gebäudes: „Das war undicht“, sagt Salzer, „und mit einem kaputten Dach kann man natürlich nicht arbeiten.“ Also braucht es eine neue Dämmung, für die sich Platten bereits meterhoch auf dem Dach stapeln. Sie sollen demnächst verlegt werden. „Das war ein Aspekt, mit dem wir vorher nicht gerechnet hatten“, meint der Apotheker.

Generell sei der Bau des Ratsbauhofs eine Herausforderung, handele es sich doch um einen „Umbau im Bestand“ – also eine interne Generalsanierung anstelle eines Neubaus. „Es ist 30 Jahre her, dass das Gebäude gebaut wurde“, sagt Salzer. „Da waren viele Investionen nötig, um das auf den Stand vom Jahr 2025 zu bringen“, ob bei der Lüftungstechnik oder dem Brandschutz. Die Kosten für die Arbeiten beliefen sich daher mittlerweile auf einen „unteren zweistelligen Millionenbetrag“, sagt er – 2023 war noch die Rede von einer Summe im „mittleren einstelligen Millionenbereich“. Doch mit mehr Umkosten rechneten die beiden Geschäftsführer jetzt nicht mehr. „Die großen Themen“, meint Salzer, „sind alle bereits eingeplant.“

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