Das Ostend zeigt Gesicht – als erstes mit dem Helios-Hotel

Titel:  Beschreibung: Übersicht über das Ostend: Alle detaillierter und bunt dargestellten Gebäude gehören zum BWV-Vorhaben. An der Senator-Braun-Allee (unten links) wird das Helios Klinikum in das umgebaute Kasernengebäude und den neuen Anbau einziehen.
Übersicht über das Ostend: Alle detaillierter und bunt dargestellten Gebäude gehören zum BWV-Vorhaben. An der Senator-Braun-Allee (unten links) wird das Helios Klinikum in das umgebaute Kasernengebäude und den neuen Anbau einziehen.

Von Jan Fuhrhop

Hildesheim. Es ist das größte Bauvorhaben in der jüngeren Geschichte des Unternehmens: Mit einer Gesamtinvestition von rund 70 Millionen Euro über fünf bis sechs Jahre und in vier verschiedenen Baufeldern will der Beamten-Wohnungs-Verein (BWV) das Gesicht des Ostends entscheidend prägen.

BWV-Chef Wolfgang Dressler und der beauftragte Architekt Matthias Jung zeigen sich begeistert von der „einmaligen Chance“, ein ganzes Stadtviertel mitzugestalten. Dabei setzt der BWV nicht auf reines Wohnen, sondern auf vielfältige Nutzungen, inklusive Gewerbe. Als einer der Mieter steht bereits die Drogeriekette Rossmann fest, darüber hinaus bestätigt Dressler, dass es einen Bio-Supermarkt, einen Bäcker sowie eine Apotheke geben wird. Einzig der Mieter für eine geplante Gastronomie steht noch nicht fest.

Der Startschuss für das Ostend-Großvorhaben soll im Oktober fallen, wenn an der Senator-Braun-Allee als erstes Projekt der Umbau eines der alten Kasernengebäude beginnt, das zudem noch einen neuen Anbau bekommt. Der Nutzer steht bereits fest: Das Helios Klinikum wird hier auf rund 1400 Quadratmetern sowohl seine bisher im Verwaltungsgebäude auf der anderen Straßenseite untergebrachte Krankenpflegeschule wie auch die Elternschule-Räume unterbringen. Als neues Angebot wird Helios ein Patientenhotel mit 23 Zimmern einrichten, das sich vor allem an Menschen von außerhalb richtet: Wer mit der akuten Behandlung im Klinikum durch ist, aber noch Nachuntersuchungen hat, kann sich hier einbuchen. Und auch für Angehörige gibt es hier verfügbare Zimmer.

Im zweiten Schritt will der BWV zwei L-förmige Gebäude auf dem benachbarten Baufeld errichten. Hier sollen im Erdgeschoss die bereits erwähnten Gewerbeflächen entstehen, in den oberen Stockwerken sind zum einen 30 von der Caritas betreute Wohnungen geplant, im anderen Flügel wird die Diakonie Himmelsthür Büros nutzen und inklusives Wohnen anbieten.

Im dritten, an der Bahnlinie gelegenen BWV-Baufeld, könnten im Erdgeschoss einige Büroflächen entstehen, zudem ist neben Wohnhäusern der Neubau einer Kita geplant, deren Träger steht noch nicht fest. Das vierte und letzte Baufeld ist überwiegend für Wohnungen vorgesehen, konkrete Planungen liegen aber noch nicht vor.

Was auf jeden Fall feststeht: Alle Neubauten, die nicht in die von den Baugesellschaften BWV, KWG und GBG mit der Stadt vereinbarte Quote von 7,5 Prozent für Sozialwohnungen fallen, werden keine Schnäppchen sein. Die Miete werde wohl nicht unter 10 Euro pro Quadratmeter liegen können, kündigt Wolfgang Dressler an.

Der BWV-Geschäftsführer und Architekt Jung bekräftigen unisono, dass es derzeit aufgrund der allgemeinen Baukosten und qualitativen Anforderungen ohne ausreichende Förderprogramme nicht möglich sei, neue Wohnungen günstiger anzubieten. „Aber“, so Dresslers Vorhersage, „wenn Neumieter ins Ostend ziehen, werden dadurch im restlichen Stadtgebiet günstigere Bestandswohnungen frei.“

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