Hildesheim - Endlich ist die Umsetzung der barrierearmen Querungen am Gelben Stern und an der Lucienvörder Straße in greifbare Nähe gerückt. Malte Scholz teilte als Vertreter der Verwaltung in der Sitzung des Ortrates Stadtmitte/Neustadt mit, die Aufträge für die Arbeiten seien erteilt.
Darauf warten die Politiker und Politikerinnen seit Monaten. Mehrmals hatte das Gremium darauf gedrängt, Menschen zu Fuß das Überqueren des holperigen Kopfstein-Pflasters leichter zu machen. Auch der Seniorenbeirat und der Inklusionsbeirat unterstützten die Forderung. Im März dieses Jahres wurden dann endlich barrierearme Straßenquerungen zugesagt – die Umsetzung ließ aber weiter auf sich warten. Der Denkmalschutz habe Einwände gegen das gewählte Pflaster, hieß es von der Verwaltung.
Nun ist offenbar eine Einigung gefunden: Die Straßenquerungen sollen mit den gleichen Steinen gebaut werden, die auch für das Welterbeband in der Stadt verwendet wurden. Das habe den Vorteil, dass solche Steine noch vorrätig und daher ohne zusätzliche Kosten zu haben seien, sagte Scholz. Eine „gute Wahl“, meinte Ortsbürgermeister Tobias Eckardt (SPD), wunderte sich jedoch, dass die Entscheidung so lange auf sich warten ließ.
Querungen an vier Stellen
Die Querungen mit abgesenktem Bordstein und 1,20 Metern Breite sollen an vier Stellen eingebaut werden: Auf Höhe der Einmündung Lappenberg über den Gelben Stern, an der Einmündung Brühl sowohl zur Überquerung des Brühl als auch der Straße Gelber Stern und auf Höhe des Kehrwiederwalls zur Querung der Lucienvörder Straße.
Eckardt vermisste bei dieser Planung einen barrierearmen Umbau an der Ein- und Ausfahrt zum Parkplatz der Hochschule für Rechtspflege. Die Zufahrten unterbrechen den Gehweg, so dass auch dort die Fußgänger auf Holperpflaster gehen müssen. Der Umbau dort sei ebenfalls zugesagt worden, betonte Eckardt.
Der Ortsrat hat die Verwaltung außerdem aufgefordert, für die Straße Wohl Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung zu prüfen. Anwohner Markus Merkel hatte sich deshalb an Ortsbürgermeister Eckardt gewandt: Obwohl es sich um eine verkehrsberuhigte Zone handele, herrsche soviel Verkehr und so hohes Tempo, dass Kinder dort nicht spielen könnten. Eckardt hatte daraufhin die Stadt gebeten, eine Verkehrsmessung vorzunehmen.
Mehr Fahrzeuge und schneller unterwegs als 2020
Dabei zeigte sich, dass sowohl die Anzahl als auch die durchschnittliche Geschwindigkeit der Fahrzeuge seit der letzten Messung 2020 erheblich angestiegen sind, und das Tempo meist 20 Kilometer pro Stunde übersteigt. Einzelne Fahrzeuge erreichen Geschwindigkeiten von mehr als Tempo 40. Dabei gibt es nicht nur ein hohes Verkehrsaufkommen Richtung Michaelisplatz, sondern auch umgekehrt: Es handelt sich offenbar um Fahrräder, da nur sie die Einbahnstraße in dieser Richtung nutzen dürfen. Insgesamt wurden täglich zwischen 545 und 744 Fahrzeuge gezählt.
Unter anderem wird die Straße vom Lieferverkehr zum Pflegeheim Magdalenenhof genutzt sowie von Schülern und Schülerinnen des Gymnasiums Andreanum. Der Ortsrat forderte die Verwaltung einstimmig auf, den Einsatz von Pflanzkübeln, doppelseitigem Parken oder Schwellen zu prüfen und eine mobile Tempo-Mess-Tafel aufzustellen.


