Helios-Therapie-Campus

Wie Sportler im Hildesheimer Helios-Klinikum wieder fit gemacht werden sollen

Hildesheim - Kurze Wege, große Räume und moderne Methoden: Das Hildesheimer Helios-Klinikum gewährte Einblicke in die Behandlungsmöglichkeiten von Leistungssportlern.

Therapieräume in sportlichem Ambiente; von rechts: Marcus Peters (stellvertretender Leiter des Therapie Campus), seine Kolleginnen Lisa Combrink, Antonia Richter sowie Grizzlys-Volleyballer Noah Baxpöhler und VfV 06-Fußballer Fred Mensah. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Das Sprunggelenk ist die Achillesferse vieler Sportler. Vor allem Fußballer sind sehr häufig von Bänderverletzungen betroffen. Marcus Unger kann ein Klagelied davon singen. Als ehemaliger Profi hat er auch heute noch damit zu kämpfen – wenn auch indirekt.

Unger trainiert die Regionalliga-Fußballer des VfV Borussia 06 Hildesheim. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht einer seiner Kicker über Wehwehchen klagt. „Fußballer jammern und meckern ja besonders gern und viel“, bemerkt Unger augenzwinkernd. „Und dann wollen sie natürlich möglichst schnell und gut behandelt werden.“

„Fußballer meckern ja gern“

Da trifft es sich gut, dass der VfV 06 eng mit dem Hildesheimer Helios Klinikum kooperiert. „Meist reicht ein Anruf bei Koordinatorin Claudia Beckmann – und schon bekommt der Spieler kurzfristig einen Termin. Dass ist natürlich auch für mich als Trainer wichtig“, sagt Unger. „Denn ich will schnell wissen, was ein Spieler hat, wie schlimm die Verletzung ist und wie lange er möglicherweise ausfällt.“

Die Ausfallzeiten möglichst gering zu halten – das ist ein Ziel von Marcus Peters sowie seinen 35 Kolleginnen und Kollegen im Helios Therapie Campus. „Neben unseren Patienten betreuen wir auch viele Leistungssportler aus der Region, darunter die VfV 06-Fußballer und die Erstliga-Volleyballer der Helios Grizzlys Giesen“, berichtet Peters, der Einblicke in die Räumlichkeiten gewährte.

Extrem kurze Wege

Um eine optimale Behandlung zu gewährleisten, wurde die Physiotherapie-Praxis umgebaut und erheblich erweitert. „In zehn Räumen bieten wir die gesamte Bandbreite der Physio-, Ergo- und Logopädie an“, so Peters. Seine Kollegin Antonia Richter kennt die typischen Fußballer-Verletzungen: „Zerrungen, Prellungen und Bänderdehnungen kommen am häufigsten vor.“ Wichtig sei, dass nach kurzer Schonung eine baldige Mobilisation und Physiotherapie einsetze.

„Kurze Wege sind wichtig“, sagt Hauke Wagner, Kapitän der Helios Grizzlys-Volleyballer. Für ihn und seinen Kollegen Noah Baxpöhler sind die Wege sogar extrem kurz. Beide arbeiten im Helios Klinikum. „Klar geht es fix, wenn wir eine Behandlung brauchen“, sagt Wagner. Und das war in der Karriere des 35-Jährigen nicht selten der Fall.

Seit vielen Jahren ist er für die Grizzlys im Einsatz. „Die Entwicklung ging nicht nur sportlich steil bergauf, sondern auch bei der medizinischen Betreuung“, sagt er. „Früher hat es oft lange gedauert, bis man einen Termin bekommen hat. Heute geht es sehr schnell. Und die Behandlungsmethoden sind auf dem neuesten Stand.“ Peters stimmt ihm zu: „In unseren Räumen verfügen wir über individuelle Geräte und moderne Behandlungsmethoden.“

Immer wieder der Rücken

Grizzlys-Neuzugang Noah Baxpöhler hat Vergleichsmöglichkeiten. Es spielte unter anderem in Frankreich und bei mehreren deutschen Erstligisten – zuletzt bei den United Volleys Frankfurt. „Dort war die medizinische Betreuung etwas umständlich“, erklärt Baxpöhler. „Zur Behandlung mussten wir extra nach Rüsselsheim fahren. Das war nicht optimal.“ Bei den Grizzlys laufe es besser. „Professionell, schnell und flexibel.“

Übrigens ist es bei Volleyballern nicht die Schulter, die, wie man glauben könnte, am meisten Probleme macht. Auch hier sind die Sprunggelenke häufig von Verletzungen betroffen, gefolgt von Knie, Finger und Wirbelsäule.

Weil Volleyball – anders als Fußball oder Handball – keine Kontaktsportart ist, kommt es selten zu akuten Verletzungen wie Prellungen, Wunden oder Blutergüssen. Viel öfter kommen chronische Verletzungen oder Überlastungsschäden vor. Gerade hier sind die Vorbeugung und die Behandlung eine besondere Herausforderung für das physiotherapeutische Team. Auch Grizzlys-Akteure waren immer wieder von Rückenproblemen betroffen. Hier ist eine zielgenaue Therapie vonnöten – und oft braucht der betroffene Spieler Geduld, bis er wieder voll belastbar ist.

Manchmal ist Geduld gefragt

„Natürlich will jeder Sportler so schnell wie möglich wieder auf den Platz“, sagt Peters. „Leider können wir diesen Wunsch nicht immer erfüllen. Denn ein zu früher Wiedereinstieg kann fatale Folgen haben.“ Und so werden die Physiotherapeuten manchmal auch ein bisschen zu Psychologen, wenn sie den Sportlerinnen und Sportlern Geduld abverlangen und Mut zusprechen müssen.

Wie zum Beispiel VfV 06-Fußballer Hassan El-Saleh, der nach einer Innenband-Verletzung im Knie länger pausieren musste als gedacht. „Aber jetzt bin ich wieder voll einsatzbereit“, sagt er. „Vor allem dank der guten medizinischen Betreuung.“

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