Hildesheim - In Mailand wurden die Olympischen Winterspiele feierlich eröffnet – und in Hildesheim wurden Menschen geehrt und gefeiert, die außergewöhnliche Erfolge erkämpft oder sich in anderer Weise um den Sport verdient gemacht haben.
Das Ziel ist Olympia
Nun kann man Olympia sicher nicht mit der HAZ-Sportgala vergleichen, aber der olympische Gedanke war am Freitagabend im Novotel sehr präsent. Der frisch zum „Hildesheimer Sportler des Jahres“ gekürte Eintracht-Leichtathlet Max Husemann erklärte ohne Umschweife: „Mein Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles“. Diesem Ziel will der deutsche U23-Meister über 200 und 400 Meter, der 2025 zudem DM-Silber über 200 Meter bei den Männern gewann, alles unterordnen: „Ich werde mich in den nächsten zwei Jahren voll auf den Sport konzentrieren.“
„Es ist sehr erfreulich, dass wir solche sportlichen Aushängeschilder in der Stadt haben“, betonte Kreissportbund-Vorsitzender Frank Wodsack im Gespräch mit der HAZ. „Es ist wichtig, dass die Menschen in Hildesheim die Sportler und ihre Leistungen wertschätzen. Und deshalb ist es so bedeutend, dass die HAZ-Sportlerwahl wiederbelebt wurde.“
Mit Beginn der Corona-Krise war das Format eingestellt worden. Nun gab es das Comeback. Wodsack betonte: „Endlich bekommen die Sportler, Trainer und Ehrenamtlichen wieder eine Bühne, auf der ihre Leistungen und ihr Engagement belohnt werden.“ Diese Meinung teilten alle 500 Gäste im Novotel.
„Der Sportpreis ist eine tolle Auszeichnung und sorgt für zusätzliche Motivation“, sagte Max Husemann. Er wäre nicht der erste Hildesheimer, der den Sprung zu den Olympischen Spielen schafft. In der Vergangenheit waren unter anderem die Schwimmerinnen Sara Harstick, Christin Zenner und Katharina Schiller sowie Judoka Christophe Lambert, Beachvolleyballer David Klemperer und Bahnrad-Ass Emma Hinze dabei. Sie alle standen auch bei der HAZ-Sportlerwahl einst ganz oben auf dem Treppchen. Vielleicht ist Max Husemann der nächste Hildesheimer, der sich den Traum von Olympia erfüllt.
Ein Gewissenskonflikt?
Zu einem sportlichen Aushängeschild in der Region sind längst auch die Bundesliga-Volleyballer der Helios Grizzlys Giesen geworden. Playoff-Halbfinale, Pokal-Halbfinale, Champions-League – der Erfolgsweg ist beachtlich. Und deshalb führte kein Weg daran vorbei, die Grizzlys zur „Mannschaft des Jahres“ zu küren.
Den Preis übergab Torsten Schrell, Vorstand der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine. Er ist erst seit ein paar Monaten in der Stadt – und lebte zuvor in Lüneburg. „Ich war Stammbesucher bei den Volleyballern der SVG Lüneburg“, verriet er. Nun werde er wohl häufig die Partien der Grizzlys verfolgen. Gibt es da jetzt einen Gewissenskonflikt? Wem drückt Schrell in den Derbys die Daumen? Er sagte diplomatisch: „Beiden Teams, der Bessere soll gewinnen.“
Ein echtes Original
Aber es waren nicht nur sportliche Erfolge und Titel, die im Novotel gewürdigt wurden. Quasi stellvertretend für die vielen Menschen in Stadt und Land, die sich ehrenamtlich für den Sport engagieren, wurde Christa Simmen geehrt. Die 75-Jährige hat tausenden Kindern das Schwimmen beigebracht. Wegen ihrer direkten, manchmal etwas schroffen Art ist sie zu einem echten Original geworden.
Auch die gebürtige Hildesheimerin und RTL-Moderatorin Annika Begiebing, die zusammen mit HAZ-Sportredakteur Maximilian Willke durch das Programm führte, hat nachhaltige Erinnerungen an Christa Simmen: „Sie hat mir vor vielen Jahren das Schwimmabzeichen abgenommen.“ Wer die Prüfung bestanden hatte, bekam eine bunte Tüte. Bei der Sportgala drehte Maximilian Willke das Ganze um und schenkte Simmen eine Tüte mit Süßigkeiten. Die Schwimmlehrerin will nun kürzer treten, aktiv bleiben möchte sie aber trotzdem und bei diversen Masters-Wettkämpfen starten: „So lange es geht, werde ich auf den Startblock krabbeln.“
„Hand in Hand“
Die Sponsoren und Gäste der Sportgala waren sich einig: „Es braucht mehr Menschen wie Christa Simmen. Sie sind das Rückgrat der Gesellschaft und vermitteln Werte wie Teamgeist, Verantwortung und Disziplin.“ Gerade in den heutigen unsicheren Zeiten sei das so wichtig.
Und so kann man den Bogen von Mailand über Hildesheim nach Kiew spannen. Die ukrainischen Brüder Illia und Oleksandr Tyshchenko demonstrierten Stärke und sorgten mit einer akrobatischen Showeinlage für Begeisterung im Novotel. Das Motto ihrer Show kann man durchaus als Botschaft interpretieren. Es lautet: „Hand in Hand“.
Max Hase, Geschäftsführer des Verlages Gebrüder Gerstenberg, fasste das Geschehen in vier Worten zusammen: „Das war großer Sport!“





