Bundestagswahl

„Das weiche Wasser höhlt den Stein“: Hildesheims Freie Wähler-Kandidat Henrik Bode spricht trotz Wahlergebnis von einem Erfolg

Hildesheim - Mit seiner Kandidatur wollte Henrik Bode vor allem Präsenz für die Freien Wähler zeigen. Dass ihm das gelungen sei, wertet er als Erfolg – und blickt trotzdem sorgenvoll auf die Ergebnisse am Wahlabend.

Mit seiner Kandidatur wollte Henrik Bode zeigen, dass die Freien Wähler für die Menschen da sind. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Dass er das Direktmandat für die Freien Wähler nicht holen würde, war für Henrik Bode von Anfang an klar. Der 28-Jährige war im Wahlkampf kaum aufgefallen, es gab keine Plakate von ihm. Im Gespräch mit dieser Redaktion hatte er aber versichert, dass er „ernsthaft daran interessiert sei, vernünftige Politik zu machen“. Mit seiner Kandidatur hatte er zeigen wollen, dass die Freien Wähler auch in Hildesheim präsent seien. Ist das gelungen?

„Das weiche Wasser höhlt den Stein“, sagt Bode am Wahlabend, den er berufsbedingt in seiner zweiten Heimat Augsburg verbringt. Die Freien Wähler hätten im Wahlkampf gezeigt, dass sie für die Menschen da sind, und er habe sich mit seiner Kandidatur an einem demokratischen Prozess beteiligt. „Das ist immer ein Erfolg.“ Er sei gespannt, wie viel Prozent die Freien Wähler letztlich holen würden. Bode freue sich für die Linken und gratuliere deren Direktkandidaten Maik Brückner. Glückwünsche richtet der Freie Wähler auch an die Union.

Eine Minderheitsregierung könnte die Lösung sein

Das Ergebnis der AfD sei besorgniserregend, ebenso wie der Umstand, dass es derzeit keine Koalition gebe, die realistisch erscheint. „Ich sehe die Union als Gewinner der Wahl“, erklärt der Freie Wähler. Er könne sich eine Minderheitsregierung gut vorstellen, in der es darauf ankomme, Mehrheiten zu suchen. „Das wollen die Bürger, es geht darum, einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung zu haben.“ Wenn immer nur die Rede von „ominösen Farbkonstellationen“ sei – Ampel, Jamaika und Co. –, zähle der einzelne Abgeordnete nicht. Individuelle Mehrheitsfindungen könnten dagegen der Weg sein, den eine moderne Demokratie brauche. Mit Blick auf die Kommunalwahlen versichert Bode, dass die Freien Wähler wieder vor Ort seien würden. „Wie es weitergeht, wird sich in den nächsten Monaten ergeben.“

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