Diskussion um Baupläne

Parkdruck, Gärten, neues Einkaufszentrum: Debatte über Baustelle auf der Marienburger Höhe in Hildesheim

Hildesheim - Zum ersten Mal erfahren Anlieger der Marienburger Höhe aus erster Hand von den Plänen rund um die Uni. Sie hatten damit die Gelegenheit, ihre Sorgen und Wünsche direkt vorzutragen. Wie es nun damit weitergeht.

Zwei von drei Baustellen auf einen Blick: Das Einkaufszentrum links soll ersetzt werden und oben rechts will die Uni einen Teil der Kleingärten bebauen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Kann man den Autoverkehr reduzieren, wie werden künftig Stadtteile als Lebensraum in Hildesheim aussehen, und wird die Universität immer weiter wachsen? In der Ortsratssitzung Marienburger Höhe/Galgenberg ging es am 15. Februar nicht nur um drei Baustellen an einem Ort, sondern auch um Zukunftsfragen, die die ganze Stadt betreffen.

Kein Wunder, dass das Treffen zu einer Mammutsitzung geraten ist. Bis etwa 23 Uhr verfolgten rund 140 Teilnehmer, davon 100 online, die Sitzung, die vor allem anfangs unter technisch schlechten Bedingungen abgehalten wurde.

Technische Probleme

Es ging um die Neubaupläne der Hochschule, die Pläne für das Einkaufszentrum und auch um die Verkehrs- und Parksituation im Wohnviertel rund um die Uni. Mit der Ortsratssitzung startet das öffentliche Verfahren, um die Bebauungspläne am Ende entsprechend anzupassen.

Wie berichtet wollen die beiden Investorenpartner bauplan aus Peine und die part AG aus Bad Gandersheim das bestehende Einkaufszentrum samt Ärztehaus abreißen, um dort eine Tiefgarage mit etwa 220 Plätzen, sowie insgesamt vier Hochhausriegel mit drei bis sechs Etagen errichten.

Neue Parkplätze und eine Kita

Im unteren Bereich ist mehr Platz für den Edeka-Markt mit kleinem Parkdeck sowie einen Drogerieanbieter, hinzu kommen um den nach Norden verlegten eigentlichen Marienburger Platz vor allem Gastronomie sowie weitere Läden. Eine Idee der Investoren ist, eine Kita zu integrieren, auch Ärzte, weitere Büros und in den oberen Geschossen vor allem Wohnungen sind vorgesehen.

Ein Vorhaben, das bereits im Vorfeld für viele Fragen und auch Aufregung im Stadtteil geführt hat, als die ersten Pläne bekannt geworden sind. Stadtbaurätin Andrea Döring warb für das Vorhaben als große Chance für die Entwicklung auf der Marienburger Höhe. Eine gute Nahversorgung verbessere nicht nur das Wohnklima sondern könne auf Dauer auch den Verkehr reduzieren.

Baubeginn erst in einigen Jahren

Doch bis es soweit sein wird, werden – trotz beschleunigten Verfahrens noch – etliche Jahre verstreichen. Und dann, während der eigentlichen Bauphase, müsse auch geklärt werden, wie vor allem die medizinische Versorgung auf der Höhe übergangsweise gewährleistet werden könne.

Sie reagierte damit auch etliche, kritische Nachfragen aus dem Ortsrat und von Bürgern. Dabei ging es auch um den Auswirkungen auf Wind- und Lichtverhältnisse durch die neuen Hochbauten. Alles Fragen, die zu diesem frühen Zeitpunkt der Überlegungen noch nicht beantwortet werden können, mahnte Döring um Geduld und kündigte an, dass es Mitte März oder Anfang April, eine weitere öffentliche Runde mit Bürgern geben werde. Möglichst in Präsenz.

Werbung für den Abschied vom Auto

Zusammen mit Uni-Baudezernent Thomas Hanold warb Döring auch beim Thema Verkehr und Parkdruck im Stadtteil darum, auf die Mobilitätswende zu setzen. Dafür gebe es an anderen Hochschulstandorten wie Lüneburg oder Darmstadt entsprechende Erfolgsmodelle, um zum Beispiel Studierende und Uni-Personal vom Auto aufs Rad oder in den ÖPNV zu bekommen.

Auf Nachfrage erläuterte Döring auch, dass es rechtlich keine Handhabe für ein Anwohnerparken im Quartier gebe, da dort viele über einen eigenen Einstellplatz oder eine Garage verfügen. Auch müsste man einen Weg von bis zu einem Kilometer in Kauf nehmen, um seinen Wagen abzustellen.

Kein Anwohnerparken möglich

Beim Thema Uni-Erweiterung kündigte Hanold an, dass es in Kürze ein Gespräch mit den Beteiligten und auch Betroffenen vom Blauen Kamp geben wird. In der Sitzung betonte er, dass die Uni zu einem grünen Campus mit hoher Aufenthaltsqualität auch für Anwohner werden wolle.

Für die 16 wegfallenden Kleingärten werde es in der Kolonie ähnlich große Flächen als Ersatz geben. Dafür werde ein angrenzender Ackerstreifen renaturiert. Weitere Baupläne seien dort für die nächsten 15 Jahre nicht geplant. Vielleicht sogar überhaupt nicht, hakte Döring ein. Sie wünscht sich, dass die Uni künftig in der Stadt präsenter sein werde.

Die nächste Sitzung zum Thema

Im Stadtentwicklungsausschuss wird am Mittwoch, 8. März, in der Sitzung um 17.30 Uhr im Rathaus über die Themen gesprochen. Anmeldung über ob-buero@stadt-hildesheim.de.

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