Hildesheim - Die Decius-Buchhandlung im Hohen Weg wird am Samstag zum letzten Mal öffnen. Die zweite Filiale in der Arneken Galerie schließt am Dienstagabend. Der neue Eigentümer, die Buchhandelskette Thalia, nimmt dann innerhalb weniger Tage eine Inventur vor, bevor beide Filialen am 1. Februar unter dem neuen Namen wieder aufmachen.
Das kurzfristige Ende
Rückblick auf den 13. August 2019: Die Decius-Geschäftsführer Walter Treppmacher und Michael Jens verkünden, dass ihr Unternehmen im Februar 2020 von Thalia und zum kleinen Teil von der Fachbuchhandlung Schweitzer Fachinformationen übernommen wird. Der zu dem Zeitpunkt 61-jährige Treppmacher und der 65-jährige Jens hatten sich aus Altersgründen für einen Verkauf entschieden und in Thalia einen passenden Käufer gefunden. Thalia ist damit der neueste Eintrag in der langen Historie Hildesheimer Buchhandlungen.
Der Name Decius wird ganz verschwinden
Nun, fast ein halbes Jahr später, ist es soweit. In den beiden Filialen weisen große dunkelblaue Banner und Plakate mit der Thalia-Eule auf die Umwandlung hin. Der Name Decius wird gänzlich aus Hildesheim verschwinden – eine Entscheidung, die lange in Frage stand. Immerhin wollte man vonseiten des Konzerns erst „die Strahlkraft der Namen vor Ort“ eingehend prüfen.
Das Ergebnis: „Thalia ist eine deutschlandweit bekannte Buchhandelsmarke mit einer 100-jährigen Tradition“, sagt Sarah Malke aus der Unternehmenskommunikation von Thalia. Man wolle die Marke langfristig auch in Hildesheim etablieren und stärken. Lediglich in Hannover, der Gründungsstadt von Decius, werden die Filialen „Decius-Thalia“ heißen.
Für Kunden ändert sich wenig
Vom Namen abgesehen werden die Kunden allerdings nur sehr marginale Änderungen bemerken. Thalia übernimmt alle 24 Hildesheimer Decius-Mitarbeiter und beide Auszubildenden. Auch das Mobiliar bleibt bestehen. Beim Bücher-Sortiment sind ebenfalls keine großen Änderungen vorgesehen. „Es ist uns sehr wichtig, das Profil der Buchhandlung beizubehalten“, sagt Malke. Hinzu kommen allerdings Produkte der Thalia-Eigenmarke wie Geschenkartikel und Papeterie.
Digitaler Wandel auch im Laden
Im Internet ist die Übernahme längst vollzogen. Auf digitalen Karten ist statt Decius nur noch Thalia zu finden, auf der alten Website wird man zum neuen Eigentümer weitergeleitet. Auch in den Buchhandlungen soll es digitaler zugehen: Kunden können ab dem 1. Februar den Online-Shop von Thalia nutzen, in dem laut Malke über 6 Millionen Artikel zu kaufen sind, und die Waren dann in der Stadt abholen.
Eine Neuerung sind die Tablets der Verkäufer: Lässt man sich beim Buchkauf beraten, ist es möglich, direkt digital auf dem Tablet zu bezahlen und so dem Anstehen an der Kasse aus dem Weg zu gehen. Die bekannten Services wie Buch-Bestellungen oder der eReader Tolino werden weiterhin betrieben.
Weiter Veranstaltungen geplant
Über die Jahre hatte sich Decius, besonders die Filiale im Hohen Weg, einen Ruf als Kulturtreffpunkt aufgebaut. Lesungen, Signierstunden und andere Aktionen sorgten regelmäßig für einen Austausch unter den Lesern – und den Autoren. Dieser Tradition ist sich Thalia bewusst: „Natürlich wollen wir das Veranstaltungsprogramm fortführen“, sagt Malke. „Über solche Aktionen werden Bücher und Inhalte erst lebendig.“
Wichtig: Rechnungen kommen nicht von Thalia
Eine Änderung, die für Verwirrung sorgen könnte, betrifft Mitteilungen, die per Post kommen: Bei der Decius-Übernahme haben die Schweitzer Fachinformationen nicht nur zwei Filialen übernommen, sondern auch das Rechnungswesen der neuen Thalia-Geschäfte. Briefe wie Rechnungen oder Mahnungen, die ehemals von Decius kamen, werden also ab sofort mit dem Logo der Schweitzer Fachinformationen gekennzeichnet sein.
