Bodenburg - Wer auf der Landesstraße 490 bei Bodenburg in Richtung Bad Salzdetfurth oder Lamspringe unterwegs ist, wird durch ein Warnschild mit Ausrufezeichen und eine temporäre Tempobeschränkung auf 30 Stundenkilometer zu erhöhter Vorsicht ermahnt. Die ist auch nötig, denn an der Kreuzung sind die Ampeln defekt – und das mittlerweile seit mehr als einem Monat. Am 25. Februar kam es dabei zu einem schweren Unfall, wenige Tage zuvor hatte es dort schon einmal gekracht. Bei beiden Unfällen gab es jeweils zwei Verletzte.
Reparaturaufwand wird noch ermittelt
Der ampellose Zustand an der Kreuzung wird noch einige Zeit andauern, wie jetzt eine Nachfrage der Redaktion bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ergab. Die Anlage wurde offenbar stärker beschädigt als bisher gedacht – und zwar durch den Aufprall eines Fahrzeuges. Zurzeit lässt die Behörde noch den genauen Reparaturaufwand ermitteln, berichtet ein Sprecher. Dabei zeichne sich ab, dass eine Ampel komplett ausgetauscht werden muss. Das betreffe den Mast ebenso wie die Steuerungselektronik. „Das erfordert dann einen größeren Arbeitsumfang“, ist das Fazit des Behördensprechers. Er nennt keinen Zeitpunkt, zu dem die Ampeln an der Kreuzung voraussichtlich wieder funktionieren werden. Autofahrer und -fahrerinnen müssen sich an den Abzweigungen der Straßen nach Bodenburg und Östrum also darauf einstellen, noch länger ohne Ampeln auszukommen. Die Polizei hat laut Auskunft der Hildesheimer Inspektion seit Februar keine weiteren Unfälle an der Kreuzung registriert.
Unfallursache: Vorfahrt missachtet
Derzeit regeln ersatzweise die ebenfalls fest installierten Schilder den Verkehr. Der hat auf der Landesstraße Vorfahrt. An der Einmündung von Östrum steht ein Stoppschild, an der Einfahrt von Bodenburg das Dreieck mit der Bedeutung „Vorfahrt achten“. Bei dem Unfall am 25. Februar war die Ursache ein Missachten der Vorfahrt. Die hätte eigentlich eine 59-Jährige gehabt, die auf der Landesstraße in den Kreuzungsbereich fuhr. In den bog allerdings ein 42-Jähriger aus der Salzdetfurther Straße ein, wo das Stoppschild steht. Der Transporter des Mannes stieß mit dem Auto der Frau zusammen, sie musste von der Feuerwehr aus dem Wagen geholt werden. Die 59-Jährige wurde schwer verletzt, der 42-Jährige leicht. Zwei Tage vorher war die Konstellation ähnlich: Das Auto einer 25-Jährigen, die Vorfahrt hatte, wurde von einem anderen Fahrzeug erfasst, das von der Seite kam und hätte warten müssen.
Andere Fälle defekter Ampeln
Defekte Ampeln haben den Verkehr in der Region schon öfter über Wochen oder sogar Monate beeinträchtigt, weil sich die Vergabe der Reparaturaufträge schwierig gestaltete. So wurde im August 2023 nach einem Überspannungsschaden an einer Ampel auf der Bundesstraße 1 bei Himmelsthür ein mobiles Ersatzgerät aufgestellt und das Tempo reduziert. Die Ampeln an einer der Autobahn-Auffahrten bei Drispenstedt waren im Sommer ebenfalls wochenlang außer Betrieb. Das lag auch in diesem Fall an einem Überspannungsschaden.
