Bei Hempens unterm Sofa

Dem Bruder oder der Schwester einfach mal danke sagen

Hildesheim - Der 31. Mai ist der Tag der Schwestern und Brüder. Er ist kein offizieller Tag, wie der Weltfrauentag zum Beispiel oder der Tag des Rosinenbrötchens. Eigentlich braucht es keinen Tag, um daran zu erinnern, wie wichtig Geschwister sind. Oder doch?

Eine Schwester oder einen Bruder oder sogar beides zu haben, dass ist schon eine ziemlich feine Sache. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Heike hat einen, Carlotta auch, Vera hat eine, Christian gleich zwei und ich eine: Brüder, Schwestern oder beides. Heute ist offiziell so ein Tag zum danke sagen. Danke, dass es dich gibt, liebe Schwester, lieber Bruder! Dieser Bruder-Schwester-Tag ist keiner von diesen offiziellen Welttagen, sondern einer, der besonders in Frankreich gefeiert wird. Ich bin keine Freundin von Mutter- oder Vatertag, bin weder das eine noch das andere. Aber ich bin eine Schwester. Und Geschwister sind schon ziemlich cool. Was wären wir ohne sie?

Das Monster unterm Kinderbett

Also mich würde es definitiv ohne meine liebe große Schwester nicht mehr geben. Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher. Denn unter meinem Bett im Braunschweiger Kinderzimmer lebte ein Monster. Nur nachts. Tagsüber – ich habe es öfter kontrolliert – fanden sich da nur Wollmäuse und Hausschuhe. Nachts aber, da lauerte es mit grünen Augen, großen Zähnen, und der Sabber tropfte schon aus dem Maul. Es wartete darauf, dass ich meine Beine aus dem Bett schwinge, und dann würde es zupacken, mich unters Bett ziehen und aufessen. Jaaa, genau das war der Plan! Pah. Aber nicht mit mir.

In Sicherheit

Denn ich kraxelte Nacht für Nacht auf der kurzen Seite aus dem Bett, tippelte über den Flur ins Kinderzimmer meiner großen Schwester. Die rückte im Bett zur Seite und ließ mich rein. Da war ich sicher. Denn das doofe Monster würde nicht über den Flur hinter mir herlaufen. Da hätte es ja meinem Vater begegnen können. Im Morgengrauen, wenn ich sicher war, dass es hell genug und das Monster weg ist, schlich ich zurück in mein Zimmer, so dass Muttern nicht merkte, wo ich meine Nacht verbracht hatte. Heute wäre also offiziell die Gelegenheit, dafür mal danke zu sagen. Muss ich aber nicht. Denn wir sagen uns öfter, dass wir froh sind, einander zu haben. Und wer einen guten Draht zu seinen Geschwistern hat, der benötigt sicher auch kein Datum oder Festtag, um daran erinnert zu werden. Und somit ist der Tag der Schwestern und Brüder eigentlich so überflüssig wie der Welttag des Rosinenbrötchens.

Mal anrufen

Aber wenn ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, jetzt auf eine Idee gebracht habe, dann rufen sie doch gleich mal Ihre Geschwister an. Ganz gleich ob sie Johann, Claudia, Ulrich, Siggi, Martin oder Susanne heißen.

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