Hildesheim - Neulich war ich mit einem unserer Auszubildenden unterwegs zu einem Termin. Ich bin gefahren und wir plauderten so über dies und das. So kamen wir auf das Thema Orientierung und ich sagte: „Wenn mein Mann mich mal loswerden will, muss er nur mit mir irgendwohin fahren, mich dreimal im Kreis drehen und dann schnell kehrtmachen. Ich finde garantiert nicht nach Hause.“ Der junge Kollege lachte und meinte, Orientierung sei auch nicht gerade sein zweiter Vorname, und so stimmten wir ein Loblied auf Navigationsgeräte an.
Großes Misstrauen
Was für eine geniale Erfindung. Dabei erwähnte der Kollege, dass er den Dingern beinahe blind vertraue, so wie ich es auch tue. Aber sein Vater indes, der hege großes Misstrauen der Stimme aus dem Computer gegenüber. Der Herr Papa weiß es halt besser. Das habe ich schon öfter gehört und frage mich: Ist das so ein Männerding?
Zwei Spaßvögel im Auto
Meine schönste Navi-Geschichte spielt in Polen. Ich auf der Rückbank, mein Mann auf dem Fahrersitz, mein Schwiegervater auf dem Beifahrersitz. Wir wollten nach Bogdanowice, dem Ort, in dem meine liebe, leider verstorbene Schwiegermutter zur Welt gekommen ist. Das Navi sprach Deutsch und sagte die Richtung an. „Nein, das kann nicht sein“, sagte der Sohn. Der andere: „Das stimmt nie im Leben! Fahr rechtsrum, rechts!“, sprach der Vater. Durch die zielsichere Navigation meiner beiden Spaßvögel im vorderen Autoteil schafften wir es irgendwie, so im Kreis zu fahren, dass wir innerhalb einer Stunde zweimal am Eingang ein- und derselben Stadt standen. Und wer war schuld? Nee, mich hatten die zwei gar nicht mehr auf dem Zettel, glaube ich. Das Navi. Schließlich steuerte mein Mann eine Tankstelle an und mein Schwiegervater kaufte eine Landkarte. Ich amüsierte mich königlich und bedauerte, dass das Navi ausgeschaltet wurde. Ich hätte so gerne die Wegbeschreibung auf Polnisch gehört.
