Kolumne Zweitstimme

Demo gegen Rechts in Hildesheim ohne den CDU-Kandidaten: Justus Lüder hat eine Chance verpasst

Hildesheim - Der Hildesheimer CDU-Bundestagskandidat Justus Lüder hat am vergangenen Wochenende nicht an der Demo gegen Rechts teilgenommen – anders als die Bewerber mehrerer anderer Parteien. Er hat damit eine Chance verpasst, schreibt HAZ-Redakteur Rainer Breda in seiner Kolumne Zweitstimme.

HAZ-Redakteur Rainer Breda beschäftigt sich in seiner Kolumne Zweitstimme mit dem politischen Geschehen in Stadt und Landkreis Hildesheim. Foto: HAZ-Archiv

Hildesheim - Justus Lüder sah offenbar noch Klärungsbedarf. Und so veröffentlichte der CDU-Bundestagskandidat am vergangenen Freitag im Internet ein Video, in dem er Folgendes sagt: „Die Brandmauer zu AfD stand, steht und wird bestehen bleiben.“ Eine Stimme für ihn sei eine Stimme gegen die AfD, verkündet der Unternehmer. Der hätte seine Position allerdings einem wesentlich größeren Publikum gegenüber deutlich machen können, wenn er am Sonnabend bei der Demo gegen Rechts mitgegangen wäre. Doch während mehrere Tausend Menschen friedlich-fröhlich durch die Innenstadt spazierten, stand Lüder mit einigen Christdemokraten an seinem Wahlkampfstand im Hohen Weg, wo er angesichts der Massen am anderen Ende der Fußgängerzone leicht verloren wirkte.

Wieso ging der CDU-Kandidat nicht bei der Demo gegen rechts mit?

Er habe das Motto der Demo zu unpräzise gefunden, sagte Lüder der HAZ: „Was ist rechts?“ Und außerdem habe er nicht an einer Demo teilnehmen wollen, bei der die Antifa mitmische. Die war tatsächlich dabei, ging allerdings bei den vielen Gruppen unter. Zudem hatten andere Bundestagskandidaten keine Berührungsängste. Beim Linken Maik Brückner und dem Grünen Ottmar von Holtz mag das wenig überraschend sein, doch auch SPD-Bewerberin Daniela Rump war dabei, Landrat Bernd Lynack zeigte ebenfalls Flagge. Lüder hat eine Chance verpasst.

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