Die Lage im Landkreis

Corona-Beschlüsse: Den Amateurfußballern läuft die Zeit davon

Hildesheim - Nach den neuesten Corona-Beschlüssen ist Kontaktsport erst bei einer dauerhaften Inzidenz unter 50 möglich – oder mit tagesaktuellen Corona-Tests. Das könnte vor allem für den VfV 06 Hildesheim weitere Folgen haben.

Im Amateurfußball herrscht erstmal weiter Stillstand. Foto: Werner Kaiser (Archiv)

Hildesheim - Nach monatelangem Stillstand gibt es nach der jüngsten Konferenz von Bund und Ländern für den Amateur- und Breitensport in der Corona-Pandemie erste Möglichkeiten für Lockerungen. Doch Kontaktsport wird so bald nicht möglich sein. Das sind keine allzu guten Nachrichten für die Amateurfußballer.

Abhängig von regionalen Inzidenzwerten können die Bundesländer ab dem 8. März als erste Maßnahme kontaktfreien Sport unter freiem Himmel in kleinen Gruppen mit maximal zehn Personen vorsehen. Dies gilt, wenn in einem Land oder in einer Region eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern erreicht wird.

Fußball nur mit Schnelltests?

Sollte es eine stabile oder sinkende Inzidenz von unter 100 geben, kann zumindest Individualsport alleine oder zu zweit und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich ermöglicht werden.

Erst in einem weiteren Schritt kann es nach 14 Tagen und damit frühestens ab dem 22. März bei einer stabilen Inzidenz unter 50 wieder kontaktfreien Sport im Innenbereich oder Kontaktsport draußen geben. Wenn die Inzidenz dann wieder in den Bereich zwischen 50 und 100 steigt, ist dies jeweils möglich, wenn alle Teilnehmer einen negativen, tagesaktuellen Corona-Schnelltest vom gleichen Tag haben. Damit könnten zum Beispiel in diesem Schritt Amateurfußball unter freiem Himmel oder der Besuch eines Fitnessstudios wieder ermöglicht werden.

Ein langer Weg

In der stufenweisen Öffnungsstrategie ist eine Notbremse eingebaut: Führen in einer Region einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen, werden dort die erfolgten Erleichterungen wieder gestrichen. Der Weg für die Amateursportler zurück in die Normalität bleibt also lang und beschwerlich.

„Die Zeit für eine Fortsetzung der Saison könnte knapp werden“, sagte Hildesheims Fußballkreischef Detlef Winter in einer ersten Reaktion auf die neuesten Beschlüsse. Er glaubt, dass „bei einer Inzidenz über 35 kaum etwas laufen“ werde. Derzeit liegt die Inzidenz in Hildesheim und vielen anderen Regionen in Niedersachsen und Deutschland noch teils erheblich über 70. In den letzten Wochen stagnierten die Zahlen. Experten vermuten, dass dies an der Verbreitung der Virus-Mutanten liegt.

Saisonabbruch möglich

Während es auf Hildesheimer Fußball-Kreisebene noch etwas Luft im Terminkalender gibt, könnte es in der Regionalliga Nord, in der auch der VfV Borussia 06 Hildesheim spielt, sehr eng werden. Denn bevor ein Neustart überhaupt möglich wäre, müsste den Mannschaften eine zwei- bis dreiwöchige Vorbereitungszeit gewährt werden. Ein Re-Start zum Beispiel Ende April käme zu spät, weil die Saison aufgrund anstehender Relegationsspiele eigentlich bis Ende Mai beendet sein müsste.

Das heißt: Ein Saisonabbruch ist nicht mehr unwahrscheinlich. Der Norddeutsche Fußballverband will die Situation mit den Vereinen am 8. April in einer Videokonferenz besprechen. Zwei Tage später lädt der NFV-Kreis Hildesheim zu einer Online-Sitzung ein. Ob man danach schlauer sein wird? tbr/dpa

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