Hildesheim - Wer vor rund eineinhalb Wochen die Spiele der Helios Grizzlys Giesen beim Volleyball-Ligacup in der Hildesheimer Volksbank-Arena verfolgt hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass eine Zuschauergruppe ein großes, weißes Banner hochhielt. Zu lesen war darauf: „Big Sexy Fanclub“ sowie die Zahl 12 und das Grizzlys-Logo.
Es zielt auf Grizzlys-Mittelblocker Jakob Günthör ab, der mittlerweile in seine dritte Spielzeit mit den Giesener Erstliga-Volleyballern geht. Denn ihm gehört die Rückennummer zwölf bei den Grizzlys. Der Ursprung der Geschichte ist einem ehemaligen Mitspieler zu verdanken. In der Spielzeit 2022/23 spielte Matt West bei den Giesenern. Der Zuspieler aus den USA nannte Günthör damals aus Spaß „Big sexy“. „Matt war halt so, der hat jedem ständig komische Spitznamen gegeben“, erinnert sich Mittelblocker Günthör.
Spitzname macht die Runde
Über seine Partnerin Ramona Mayer, die seinerzeit mit Freunden beim Volleyball-Uni-Sport und für die dritte Damenmannschaft des MTV 48 Hildesheim spielte, machte der Spitzname die Runde. „Wir haben uns dann Big Sexy Fanclub genannt, als wir das Volleyball-Uni-Turnier gespielt haben“, erzählt Mayer. „Wir haben uns auch gleich T-Shirts gemacht.“ Zuvor hatten Mayer und weitere Freunde beim BounceHouse-Cup 2023 „Big-Sexy-Schilder gebastelt. Paul Lüders gehört auch zur Gruppe. Er war diesen Sommer bei der Deutschen Beachvolleyballmeisterschaft am Timmendorfer Strand, wo es auch etliche Banner und Schilder gab. „Danach hatte ich die Idee, dass wir für den Fanclub auch so eins zum Ligacup machen könnten“, erinnert er sich. „Das haben wir dann in den Nächten vor dem Cup umgesetzt.“
Das große Banner war wirklich geil
Seitdem gibt es auch eine WhatsApp-Gruppe und immer mal wieder kleine Schilder in den vergangenen Spielzeiten. Zum diesjährigen Ligacup entstand dann das große Banner und sogar eine eigene Instagram-Seite für den „Big Sexy Fanclub“. „Das ist schon ziemlich witzig und cool“, freut sich Günthör. „Ich kenne die Leute ja, die dahinter stecken. Das große Banner war wirklich geil.“
Auch die Teamkollegen amüsieren sich
Auch bei den aktuellen Teamkollegen war das Transparent Gesprächsthema, wie Günthör bestätigte. „Unser neuer Zuspieler Nicholas Slight hat mich auch schon zufällig „Big Sexy“ genannt, weil sein ehemaliger Mittelblocker in den USA mir so ähnlich gewesen sei und die ihn auch immer „Big Sexy“ genannt hätten. Günthör: „Als er das Banner gesehen hat, musste er lachen.“
Der 29-jährige Günthör ist längst nicht der einzige beliebte Spieler der Grizzlys. Auch der Kanadier Jori Mantha erfreut sich großer Zuneigung bei Fans und Zuschauern. Vergangene Saison hatten die Giesener Verantwortlichen für den Außenangreifer mit dem markanten Schnauzbart sogar eine eigene Merch-Kollektion herausgebracht. Etliche Anhänger liefen anschließend bei den Heimspielen in der Volksbank-Arena mit dem „Jori-Merch“ herum. Aber auch die Trikots von Hauke Wagner oder Michiel Ahyi wurden zum Verkaufsschlager.
Müssen nur noch die Grizzlys nachziehen
Ob es in Zukunft auch „Big-Sexy-Merchandise“ geben wird? „Der Fanclub hat ja bereits Shirts“, sagt Günthörs Freundin Mayer. „Müssen nur noch die Grizzlys nachziehen.“ Günthör selbst war von der Idee noch nicht vollends überzeugt. „Bitte nicht“, sagte er und schmunzelte.
Man darf gespannt sein, was man am nächsten Mittwoch alles erspähen wird in der Volksbank-Arena, wenn die Giesener ihr erstes Liga-Heimspiel der neuen Saison bestreiten. Um 19 Uhr kommt es zur Neuauflage des letztjährigen Play-off-Halbfinales gegen den VfB Friedrichshafen. Mayer verspricht: „Der Big Sexy Fanclub kommt auf jeden Fall wieder mit dem großen Banner.“ Vielleicht ist es eine kleine Extra-Motivation für Günthör, seinen alten Verein mal wieder zu schlagen. Denn Erfolg macht bekanntlich sexy.

