Bundestagswahl

„Deutlich unter meinen Erwartungen“: Hildesheims Volt-Kandidat Sebastian Baacke muss nicht zittern

Hildesheim - Das Ergebnis von Volt ist für deren Direktkandidaten Sebastian Baacke enttäuschend. Den Grund dafür sieht er auch in Aufrufen zu strategischem Wählen.

Volt-Kandidat Sebastian Baacke hätte mit einem besseren Ergebnis gerechnet. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - „Wenn um 18 Uhr ein lilafarbener Balken erscheint, dann lohnt es sich zu zittern“, hatte Volt-Kandidat Sebastian Baacke wenige Tage vor der Wahl im Gespräch mit dieser Redaktion gesagt. Am Wahlabend steht er gegen 19.30 Uhr vor dem Restaurant Pharos in Hannover und muss nicht zittern. Das liegt nicht nur an den milden Temperaturen, sondern wohl vor allem am Wahlergebnis seiner Partei.

In dem griechischen Restaurant an der Eilenriede verfolgen mehrere niedersächsische Ortsgruppen von Volt die Ereignisse am Wahlabend. Das Lokal sei gut gefüllt, sagt Baacke in seiner Raucherpause, das sei „nicht so, wie wenn man zu einer Halbzeit schon 4:0 zurückliegt“. Gedrückter Stimmung sei man aber: „Das Ergebnis liegt deutlich unter meinen Erwartungen.“ Vor der Wahl hatte Baacke mit Blick auf die zu erwartenden Stimmen für Volt von einer „Blackbox“ gesprochen und die Partei irgendwo zwischen 0 und 7 Prozent gesehen.

Der Wechsel zu Volt war trotzdem der richtige Schritt

Woran liegt es, dass Volt im Landkreis Hildesheim bei unter einem Prozent liegt? „Wir konnten nicht hinreichend kommunizieren, dass wir die demokratische Alternative für enttäuschte Wählerinnen und Wähler von FDP, SPD, CDU und Grünen sind.“ Aufrufe zu strategischem Wählen hätten die paneuropäische Partei Stimmen gekostet.

Vor seiner Zeit bei Volt war Baacke 28 Jahre lang Mitglied der SPD gewesen. War das mit Blick auf das jetzige Wahlergebnis der richtige Schritt? „Selbstverständlich. Volt ist die einzige Partei in der politischen Mitte, die sich noch klar zum Grundrecht auf Asyl bekennt und dazu, dass kein Mensch illegal ist. Da gehen wir keine Kompromisse ein.“ Ob er bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr kandidieren werde, kann Baacke am Wahlabend noch nicht sagen. In Stadt und Landkreis gebe es schon einige Menschen, die antreten wollten.

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