Ahrbergen - Kuscheltier-Heerscharen sind im Anmarsch: Rund 200 Teddys aus verschiedenen Zeitaltern sowie Spielzeug von einst werden in Ahrbergen an vier Terminen im Advent gezeigt. Dafür sorgt Ortsheimatpflegerin Mechthild Hinrichs, die für die Schau auf den Bestand eines privaten Sammlers zurückgreifen kann. Dieser hält sich im Hintergrund und will anonym bleiben.
Die Lieblinge zum Knuddeln sind ab Samstag, 30. November, an zwei Wochenenden im Heimatmuseum (Alte Schule) in der Krugstraße 4 zu sehen. Der Eintritt ist frei, jedoch sind Spenden erwünscht. Der Förderkreis für Kultur- und Heimatpflege Ahrbergen steht hinter der Aktion.
Trostspender und Knuddelpartner
Dessen etwa 160 Mitglieder wollen laut Hinrichs eine Ausstellung sehen – und da bietet sich die Teddy-Parade gut an, meint sie. Also legt sich die Ortsheimatpflegerin mit einigen Mitgliedern vom Förderkreis ins Zeug, um die Schau auf die Beine zu stellen – und das natürlich nicht nur intern, sondern auch für die Öffentlichkeit. In zwei Räumen des Heimatmuseums werden die Trostspender und Knuddelpartner in Vitrinen ausgestellt.
Hinzu kommt einiges an Spielzeug aus den 1950er- oder 1960er-Jahren; Puppenstuben etwa, ein Steckenpferd, ein Ackergaul, der einen Anhänger mit Holz zieht und noch weitere Puppen. Auch einen Mini-Herd und eine kleine Waschmaschine zum Spielen gibt es unter anderem. Dieses Alltagsmuseum dürfte großes Interesse wecken. „Wir haben aber nur begrenzt Platz“, sagt Hinrichs. Für Besucher und Besucherinnen sei es sehr ratsam, einen Termin für einen Rundgang unter der Woche zu vereinbaren. Dann könnten sich Gruppen die Schau ansehen – mit all den bunten Bären von klein bis groß.
Kaufen kann man diese jedoch nicht, auch nicht gegen andere Exemplare eintauschen – die Kuschel-Armada soll zurück in die Obhut des Sammlers. Der Anblick des Teddy-Museums wird aber allemal niedlich sein, denkt Hinrichs. Zudem wird das Publikum über die Namen der Stofftiere informiert. Tafeln sollen über Details aufklären. Ob besondere Teddys etwa des Vorzeige-Herstellers Steiff zu bestaunen sind, ist noch offen.
Hinrichs hat mit dem Team jedenfalls zumindest vorerst für alles gesorgt, um Teddy-Fans zu be geistern. „Alles auf Reihe“ – so beschreibt die Heimatpflegerin den Stand der Vorbereitungen.
Wann die Teddy-Schau in Ahrbergen zu sehen ist
Die Teddys sollen das Publikum am Samstag, 30. November (15 bis 18 Uhr), am Sonntag, 1. Dezember (10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr) und am Samstag, 7. Dezember (15 bis 18 Uhr) sowie am Sonntag, 8. Dezember (10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr) nach Ahrbergen locken. Gruppen können sich zwecks Terminen für Besuche an Werktagen per Mail (m.hinrichs@wimoe.de) anmelden.
Die Geschichte der Teddybären
Die Historie der Plüschtiere ist kunterbunt und geht auf die Kaiserzeit zurück: 122 Jahre lang ist die Geschichte des wohl berühmtesten Stofftiers mittlerweile. Es gibt verschiedene Versionen zur Entstehungsgeschichte des kuscheligen Lieblings. Nach deutscher Lesart entwarf Richard Steiff vom gleichnamigen Plüschtierunternehmen 1902 einen Spielbären aus zotteligem Mohairfell. Sein Name: Bär 55 PB. Das P stand für Plüsch, das B für beweglich, die 55 gab die Zentimeterzahl an, die der Bär in der Länge maß. Angeregt vom ersten Stofftier seiner Tante, dem „Elefäntle“, baute Richard den kleinen Meister Petz naturgetreu nach. Durch den US-Präsidenten Theodore Roosevelt erhielt der Bär den Namen Teddy. Denn: Roosevelt weigerte sich um 1902 bei einem Jagdausflug, ein angebundenes Bärenjunges zu erschießen und wurde deswegen von dem Karikaturisten Clifford K. Berryman in der Washington Post immer mit einem Bären dargestellt. „Dies war für unseren Teddybären die beste Werbung – der Boom begann und die Marke Steiff erreichte weltweiten Bekanntheitsstatus“, wirbt das Unternehmen Steiff auf seiner Website.
Der Bär wurde immer beliebter, so dass ein US-Vertreter 1903 auf der Leipziger Messe Teddybären bei Steiff bestellte, die nach einer weiteren Version der Geschichte als Tischdekoration auf einer Tafel des Präsidenten standen, woraufhin einer der Gäste ausgerufen haben soll: „Das sind ja Teddys Bären.“
Plüschgefährte als Deko
Nach der US-amerikanischen Version der Entstehungsgeschichte wurde das Bärchen schnell zur Symbolfigur für den Präsidenten, seinem Namensgeber. Von Berrymans Karikaturen angeregt, bastelten russische Einwanderer einen Plüschgefährten als Deko fürs Schaufenster ihres Ladens in Brooklyn. Roosevelt soll ihnen schriftlich gestattet haben, ihn „Teddy’s bear“ zu nennen. Die Großhandelsfirma Butler Brothers sorgte für eine starke Nachfrage nach dem Kinderspielzeug. Daraufhin wurde 1903 die Ideal Novelty and Toy Company gegründet und es kam ebenfalls ein Gelenk-Teddy auf den Markt. Am 9. September wird international Teddy Bear Day gefeiert. Warum ausgerechnet dann, ist unklar.

