Delligsen - Der Flecken Delligsen verfügt über 161 gemeindeeigene Straßen. Die gilt es freilich auch, instand zu halten. Nun hat eine Sichtkontrolle durch Mitarbeiter der Verwaltung im Frühjahr ergeben, dass sechs Straßen in einem „sehr schlechten“ Zustand sind. Sie sind in einem jüngst erstellten Straßenkataster in die Kategorie „rot“ eingeordnet worden. Weitere 45 Straßen werden der Kategorie „gelb“ zugeordnet. Der Großteil der Straßen ist mit „grün“ eingestuft. Aktuell ist die Verwaltung dabei, einen Plan zu erstellen, wie es mit den schadhaften Straßen nun weitergehen soll.
Plan ist Handreichung für die Politik
Denn die Politik braucht eine Handreichung, um entscheiden zu können, wie verfahren werden soll und vor allem wie viel Geld in den nächsten Haushalt für Straßensanierungen eingestellt werden muss. Inzwischen liegt ein Papier aus dem Rathaus vor, das einen gangbaren Weg aufzeigt. So sollen die roten und die gelben Straßen mit dem sogenannten DSK-Verfahren ertüchtigt werden. Die Buchstaben DSK stehen für „Dünne Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise“. Das ist keine Grundsanierung, doch so kann die Nutzungsdauer der Straßen verlängert werden, ohne dass es gleich richtig teuer wird. Dieses Verfahren findet seit Jahren Anwendung im Flecken und daran soll sich auch nichts ändern.
Nach Vorschlag von Holger Kettler vom Fachbereich Bau sollten 150.000 Euro in den Haushalt 2026 für das DSK-Verfahren eingestellt werden. Ein Wert, der sich an den Vorjahren orientiert. „Diese angemeldeten Mittel beziehen sich nicht auf sämtliche 45 in gelb eingestufte Straßen“, stellt Kettler auf Nachfrage klar. Das, sagt er, würde tatsächlich nicht ausreichen. Vielmehr ist angedacht, zunächst die Oberflächen der in rot eingestuften Straßen, also die nach Zustandserfassung schlechtesten Straßen, zu sanieren. „Dafür werden überschlägig die Kosten in Höhe von rund 150.000 Euro geschätzt.“
Zuerst sind, wenn machbar, die „roten“ Straßen dran
Sollte aufgrund des Zustandes bei einigen dieser roten Straßen eine Sanierung im DSK-Verfahren aus fachlichen Gründen nicht möglich sein, würden diese Mittel für gelbe Straßen eingesetzt. „Ziel ist es aber zuerst, die roten Straßen im DSK-Verfahren zu sanieren und dann Jahr für Jahr die gelben“, erläutert der leitende Verwaltungsmitarbeiter.
Die Frage, ob die roten Straßen DSK-tauglich sind, soll demnächst mit einem Fachunternehmen geklärt werden: Straße für Straße. Sobald alle Ergebnisse vorliegen, soll eine Beschlussvorlage erarbeitet werden, in der die zu sanierenden Straßen entsprechend der zur Verfügung stehenden Mittel vorgeschlagen werden.
Einem Sanierungsstau soll vorgegriffen werden
Nach Einschätzung von Kettler sind alle gelben Straßen DSK-tauglich. Er betont: „Es handelt sich auch nicht um einen Sanierungsstau. Es soll vielmehr einem Sanierungsstau vorgegriffen werden, in dem mit den Maßnahmen die Nutzungsdauer der Straßen verlängert wird.“ Das DSK-Verfahren kann der Bauhof allerdings nicht ausführen, dafür muss eine Fachfirma beauftragt werden. Das ist aktuell der Fall: Ein Unternehmen ertüchtigt den Pestalozziweg in Delligsen.
Die Straßen mit dem schlechtesten Zustand im Flecken Delligsen sind der Blanke Weg, der Eichenkamp, der Polierweg und der Schneppelstieg in Grünenplan sowie die Querstraße und die Hainbergstraße in Delligsen, hier zumindest in Teilbereichen.
Übrigens: Im Delligser Kataster nicht aufgeführt sind die Bundesstraße, die Landesstraßen und die Kreisstraßen sowie Privatstraßen.
