Vier Personen erzählen

Als Corona-Tester in Hildesheim: Warum macht ihr diesen Job?

Hildesheim - Manche von uns sehen sie jeden Tag – wenn sie sich in Hildesheim von ihnen auf Corona testen lassen. Doch welche Personen stecken unter den Masken und warum machen sie den Job? Vier Männer und Frauen erzählen.

Hildesheim - Wie Pilze sprossen bereits im vergangenen Jahr Test-Zentren und -Stationen im Landkreis Hildesheim aus dem Boden. Aber mit welchen Beweggründen nehmen die Mitarbeitenden Kontaktdaten auf, schieben Stäbchen in fremde Nasen und erklären das Anmelde-Prozedere wieder und wieder?

Eine Überbrückung bis zum nächsten Karriereschritt

Für Celine Senok ist der Job im Theater-Schnelltestzentrum (Theaterstraße 6) eine Überbrückung. „Ich habe erst bei der Bundeswehr gearbeitet, aber dann dort aufgehört und im Dezember hier angefangen“, sagt die 20-Jährige. Bis zum Beginn ihres Zahnmedizin-Studiums im Februar ist der Job im Testzentrum für die junge Frau eine gute Beschäftigung.

Das Test-Publikum sei gemischt, sowohl junge als auch ältere Menschen kommen zum Testen in den grünen Container vor dem Theater. „Wir haben auch einige Stammkunden“, berichtet Senok. Unangenehme Begegnungen hatte die junge Frau erst wenige. „Einmal kam ein Mann hierher, der war etwas komisch drauf“, erinnert sie sich.

Gute Vereinbarkeit mit dem privaten Familienleben

Erst seit wenigen Tagen ist Sabrina Adam in der Test-Station am Bahnhof tätig. Die 26-Jährige ist über ihre Schwester auf den Job aufmerksam geworden. „Sie macht ihr Fachabi und arbeitet deshalb auch einige Tage in der Woche in der ambulanten Pflege. Darüber bin ich auf die Jobs in den Test-Zentren aufmerksam geworden“, sagt Adam.

Ich habe zwei Kinder, da passt eine Teilzeit-Anstellung gut

Sabrina Adam, Mitarbeiterin im Test-Zentrum am Bahnhof

In Teilzeit testet die junge Frau zusammen mit zwei Kollegen die Passanten und verteilt ausgedruckte Test-Ergebnisse. „Wir haben auch Stammkunden“, berichtet sie. Mit ihrem Job ist sie zufrieden, auch weil er gut mit ihrem Privatleben vereinbar ist. „Ich habe zwei Kinder, da passt meine Teilzeit-Anstellung gut“, erklärt Adam. Den Job in der Test-Station möchte sie so lange ausüben, bis sie mit der Schule weitermacht oder eine Ausbildung beginnt. „Mal sehen“, meint die junge Mutter und lächelt hinter ihrer FFP2-Maske.

Den eigenen Teil zur Pandemie-Bekämpfung beisteuern

Kwan Schlieker testet momentan als Vollzeit-Kraft. Im Youco-Testzentrum (Hoher Weg 31) erklärt der 27-Jährige Testwilligen beispielsweise, wie sie sich mit dem QR-Code anmelden, oder desinfiziert die Flächen. „Ich will in der Pandemie mithelfen“, erklärt er seine Beweggründe, der aktuelle Lohn von 11 Euro sei weniger der Antrieb.

Aktuell haben wir 60 bis 70 Kunden am Tag

Kwan Schlieker und Ruwen Strupen, Mitarbeiter in der Test-Station Hoher Weg 31

Neben Schlieker sitzt sein Kollege Ruwen Strupen. Der 21-Jährige studiert Betriebswirtschaftslehre und testet neben dem Studium willige Passanten in der Fußgängerzone. „Aktuell haben wir so 60 bis 70 Kunden am Tag, im Sommer waren es zu Spitzenzeiten 380 Menschen“, erinnert sich der junge Mann.

Der größte Lohn ist die Dankbarkeit der Menschen

Schlieker und Strupen sind sich einig: Die Dankbarkeit der Menschen ist für sie ein großer Gewinn ihrer Arbeit. „Gerade während des Weihnachtsmarktes haben wir das gespürt“, sagt Schlieker, „manche Leute haben kaum Deutsch oder Englisch gesprochen, aber wir konnten ihnen letztendlich doch helfen.“



Auch in der Test-Station im Hohen Weg gibt es laut den beiden Männern Stammkunden. Während Schlieker einem Mann das Online-Login erklärt, testet Strupen eine Stammkundin. „Bis morgen“, rufen sie der jungen Frau zum Abschied hinterher.

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