Soziale Einrichtung

Die Hildesheimer Vinzenzpforte soll ein Ort zum Wohlfühlen sein

Hildesheim - Mehr als Frühstück und Mittagessen bekommen Bedürftige im Mutterhaus der Vinzentinerinnen. Man nimmt sich hier Zeit füreinander.

Antonia Deters und Jeanne Golla kümmern sich in der neuen Küche der Vinzenzpforte um das Frühstück. Foto: Katharina Franz

Hildesheim - Bald ist Weihnachten. Das erkennen Besucher, sobald sie die Vinzenzpforte betreten. Alles ist festlich geschmückt. Die Vinzenzpforte im Mutterhaus der Vinzentinerinnen an der Neuen Straße ist ein Ort, an dem Bedürftige Frühstück und Mittagessen bekommen, in Gesellschaft speisen und sich aufwärmen können.

Jeanne Golla, Leiterin der Einrichtung, ist es wichtig, dass die Leute sich wohl fühlen. Deswegen steht nicht einfach eine Küchenpapierrolle auf dem Tisch. In der Vinzenzpforte gibt es Servietten. An Heiligabend werden die Sozialarbeiterin und ihre Helfer Festtafeln eindecken. Sie erwarten 80 Gäste. Damit jeder einen Platz findet, wird man vor der dem Mutterhaus ein Zelt aufbauen.

Endlich gibt es eine neue Küche für die Vinzenzpforte

Das Essen liefert anders als an normalen Tagen das St.-Bernward-Krankenhaus. Sonst kommt das warme Essen vom sozialen Mittagstisch Guter Hirt. In der kleinen Küche der Vinzenzpforte bereitet Golla mit der Unterstützung einer studentischen Hilfskraft und ehrenamtlichen Helfern nur das Frühstück zu. Als die Vinzenzpforte vor vier Jahren nach der Sanierung des Mutterhauses frisch renoviert und barrierefrei wieder öffnete, nutzte das Team zunächst die alte Küche. Erst in diesem Jahr konnte sie dank einer Spende von 3000 Euro erneuert werden. Das Geld nahm die Initiative Neustadt beim Tönniesfreter-Mahl im November ein.

Die Stimmung beim Frühstück ist lustig. Golla begrüßt jeden ihrer Gäste. „Beim zweiten Besuch möchte ich die Leute mit Namen ansprechen können“, sagt sie. 20 bis 30 Menschen kommen morgens, 35 bis 40, um Mittag zu essen. 50 Cent soll eine warme Mahlzeit kosten. Hungrig muss aber niemand gehen. „Man kann über alles reden“, versichert Golla.

Die Geselligkeit ist ebenso wichtig wie das Essen

Gespräche sind ein Grund, weshalb Menschen die Vinzenzpforte aufsuchen. „Manche unserer Gäste verabreden sich, um hier Mensch ärger dich nicht zu spielen“, erzählt Golla. Bedürftigkeit hänge nicht vom Geld ab, stellt sie klar. Für einsame und psychisch kranke Menschen sind die Besuche in der Vinzenzpforte wichtig für die Tagesstruktur. Alkohol muss allerdings draußen bleiben. „Wer sich daran nicht hält, hat eine Woche Hausverbot“, erklärt Golla die Regeln. Vor der Tür darf man trinken. Denn viele Gäste seien durch Perspektivlosigkeit in die Abhängigkeit gerutscht – auch junge Leute.

Ab Januar wird die Vinzenzpforte um 6 Uhr öffnen. „In den frühen Morgenstunden ist es am kältesten. Da erfrieren die Leute“, weiß Golla. Dem soll vorgebeugt werden. Bisher können Menschen den Ort zwischen 9 und 14 Uhr aufsuchen. Essensspenden kann man jederzeit am Empfang des Mutterhauses abgeben.

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