Handball, 3. Liga

Nächste Niederlage: HC Eintracht Hildesheim strauchelt – und ein Leistungsträger knickt um

Hildesheim - Gegen den TSV Altenholz leisten sich die Hildesheimer Handballer früh eine Fehlerserie, die am Ende teuer wird. Jetzt wird es richtig eng im Aufstiegskampf. Und Verletzungen kommen auch noch dazu.

Eintracht Hildesheims Jakub Tonar war gerade erst wieder fit. Nun ist er im Heimspiel gegen den TSV Altenholz wieder umgeknickt. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Wechseltheater, dazu ein sich anbahnender Kaderumbruch und jetzt auch noch zwei Niederlagen in Folge. „Wir müssen aufpassen, dass wir das nicht zu sehr mit aufs Spielfeld nehmen. Da habe ich schon das Gefühl, dass da ein paar Prozent dabei sind.“ Das sind deutliche Worte von Daniel Deutsch, Trainer des HC Eintracht Hildesheim, nach der 30:33-Heimniederlage seines Teams gegen den TSV Altenholz. Im 20. Ligaspiel der Saison verloren die Hildesheimer am Sonntag ausgerechnet gegen einen direkten Kontrahenten im Aufstiegsrennen.

Nachdem der HC zuletzt schon auswärts gegen die HSG Eider Harde unterlegen war, drohen die Hildesheimer in diesem Rennen an Boden zu verlieren. Denn: Die Verfolger sind in den Startlöchern und kurz davor, Eintracht in der Tabelle der 3. Handball-Liga zu überholen. Sechs Teams mischen mit. Und das Deutsch-Team läuft nicht wie sonst vorneweg, sondern ist mittendrin. Sie sind zwar noch hinter dem MTV Braunschweig Tabellenzweiter, können aber von den Füchsen Berlin II in einem Nachholspiel überholt werden. Auch Altenholz ist nun auf einen Punkt herangerückt.

Ein katastrophaler Start

Kurz vor Beginn des Spiels in der Sparkassen-Arena sagte Daniel Deutsch zu den 1166 Zuschauern, dass seine Mannschaft jetzt wieder eine Serie starten will. Das ging schief – zumindest zunächst. Die Hildesheimer sind auf der Suche nach Ruhe und Konstanz. Beides fehlte in der Partie gegen den TSV Altenholz.

Die erste Hälfte fing aus Hildesheimer Sicht katastrophal an. Der TSV nutzte individuelle Fehler und ungenaue Abschlüsse der Gastgeber eiskalt aus. Im Zentrum stand bei Altenholz Rasmus Ankermann. Schon vor dem Spiel hatte Deutsch vor den Qualitäten des talentierten TSV-Mannes gewarnt. Bestes Beispiel: Beim Stand von 7:5 für Altenholz zeigte Schiedsrichter Alexander Kittel einen verbleibenden Pass an. Der kam zu Ankermann, der den Ball über die Arme der Hildesheimer Deckung in den Winkel zimmerte. So gingen die Gäste früh mit drei Toren in Führung.

Fünf Ballverluste in Folge

Nach 16 Minuten fielen die Gastgeber völlig auseinander. Hendrik Hanemann sah eine Zweiminutenstrafe – und die war folgenschwer. Beim Stand von 8:11 verloren die Gastgeber viermal in Folge bei empty goal im Angriff den Ball. Jedes Mal warf ihn ein glücklicher Altenholzer Spieler ins leere Tor. Daniel Deutsch riss die Hände über den Kopf. Nicht nur er konnte es kaum fassen, was er da sah – auch in der Halle wurde es still. Aus Eintracht-Sprechgesängen wurden ungläubige Blicke eines jeden Einzelnen auf der Tribüne. Ein erneuter Ballverlust im Eintracht-Angriff machte das 16:8 für Altenholz perfekt.

Nach dem Schock erholte sich Hildesheims Deckung wieder. Auf der anderen Seite wurde plötzlich Altenholz nervöser und leistete sich einen Fehler nach dem anderen. Durch drei Treffer von Jakub Tonar und einen von Lukas Quedenbaum kam Eintracht wieder auf vier Tore ran. Selbst der starke Ankermann warf einige Bälle weit neben das Tor. Durch einen Treffer von Jorit Reshöft verkürzte Eintracht dann auf 13:16. Mit 14:17 ging das Spiel in die Halbzeit.

Zwei Leistungsträger verletzt

In der zweiten Hälfte verpassten es die Gastgeber, die gestartete Aufholjagd zu vollenden. Maßgeblich schuld daran: „Die Chancenverwertung“, sagte Trainer Deutsch nach dem Spiel. Und die Chancen waren da – ermöglicht durch starke Paraden von Torwart Jan Wesemann. In der 46. Minute waren die Hildesheimer ganz nah am Ausgleich dran, als Robin Müller auf 23:24 verkürzte. Doch dann ließen sie die entscheidenden Möglichkeiten liegen, sodass Altenholz wieder wegzog. Nach 53 Minuten führten die Gäste mit vier Toren. Diesen Vorsprung schaukelten sie ins Ziel.

Doppelt bitter für Eintracht: Während der Partie knickte Jakub Tonar um. Unklar, wie schlimm seine Verletzung ist. Piet Möller konnte gegen Altenholz gar nicht erst mitspielen. Er verletzte sich unter der Woche im Training am Rücken. Daniel Deutsch fasste diese Misere so zusammen: „Wenn du schon Scheiße am Schuh hast, kommt auch noch Pech dazu.“

  • Sport
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.