Fußball

Die Odyssee geht in die nächste Runde: Für den SV Newroz Hildesheim werden jetzt auch die Heimspiele zu Auswärtsreisen

Hildesheim - Der SV Newroz Hildesheim zieht für den Rest der Saison erneut um. Manche Gäste werden nun einen kürzeren Weg zum Spiel haben als der Gastgeber selbst.

In der Bezirksliga traf der SV Newroz schon auf den SC Harsum – für die verbleibende Spielzeit werden sich die Mannschaften den Platz in Harsum teilen. Foto: Leon Krause

Hildesheim - Die Odyssee geht in die nächste Runde: Bislang hatte der SV Newroz Hildesheim (SVN) seine Spiele in der Fußball-Landesliga Hannover auf dem Drispenstedter Sportplatz ausgetragen – doch damit wird nun Schluss sein. Auf der Facebook-Seite des SVN erklärte der Vorstand: „Für die verbleibenden Spiele der laufenden Saison sehen wir uns gezwungen, unsere Heimspiele auf alternative Sportanlagen zu verlegen.“

Eigentlich war geplant, die Saison auf dem Drispenstedter Platz zu Ende zu bringen – doch nun muss der SVN ein weiteres Mal umziehen: „Grund hierfür ist der derzeitige Zustand des Platzes in Drispenstedt, der keinen geordneten und wettkampfgerechten Spielbetrieb auf Landesliganiveau zulässt“, erklärt der Vorstand weiter. Deshalb wird der SVN für die kommenden Heimspiele auf andere Plätze ausweichen müssen – nämlich nach Harsum und nach Anderten.

Wird der Umzug den SVN wichtige Punkte kosten?

Besonders paradox: Da das Newroz-Heimspiel gegen den OSV Hannover in Anderten stattfindet, haben die Gäste einen kürzeren Anfahrtsweg zum Auswärtsspiel als der Gastgeber. Manager Serhat Kaplan erklärt: „Das ist ärgerlich. Wir haben keinen anderen Platz bekommen und mussten deshalb nach Anderten ausweichen, obwohl wir vorher fast überall angefragt haben.“ Den klassischen Heimvorteil gibt Newroz damit fast komplett aus der Hand. Wird das dem abstiegsbedrohten SVN nicht wichtige Punkte kosten? „Nein, wir hoffen, dass wir durch die bessere Anlage viel eher profitieren können“, erklärt Kaplan.

Unterstützung erhält der SVN dabei aus der Region. Sven Salchow, Manager des SC Harsum, erklärte dazu, dass man Newroz’ sportliche Situation schon länger verfolge und wolle, dass ein Hildesheimer Verein in der Landesliga bleibt. Die Organisation des Umzugs sei unkompliziert gewesen. Nur zeitlich wurde es knapp: Da der SVN schon am 4. April in Harsum spielt, musste noch kurzfristig Personal für die Bewirtung bereitgestellt werden, was letztlich aber reibungslos klappte.

„Wenn die Gelder nicht bewilligt werden, sieht es nicht gut aus“

Der Vorstand des SVN hofft zudem, dass man bald eine eigene Spielstätte bekommt: Gemeinsam mit dem SC Drispenstedt laufen die Planungen für einen Kunstrasenplatz an der Borsigstraße für rund 1,05 Millionen Euro. Allein können die Vereine diese Summe jedoch kaum finanzieren. Da die Stadt Hildesheim als finanzschwache Kommune eingestuft wurde, hofft man derzeit auf eine Bundesförderung von 75 Prozent der Gesamtkosten. Während die Stadt weitere 105.000 Euro beisteuern will, müssen die restlichen Mittel über Drittanbieter aufgebracht werden.

Doch hinter der Finanzierung steht ein großes Fragezeichen – die Entscheidung, an wen der Bund das Geld letztlich ausbezahlt, fällt erst im April, also nach Ostern. Kaplan macht keinen Hehl daraus, dass der Druck groß ist: „Wenn die Gelder nicht bewilligt werden, sieht es nicht gut aus. Wir haben nur einen sehr vagen Plan B und aktuell nichts Richtiges in petto.“

Kostenloser Eintritt für das erste Heimspiel in Harsum

Wie es ab dem Sommer weitergehen wird, bleibt also abzuwarten. Kaplan freut sich aber über die Solidarität der Harsumer und den neuen Heimspielplatz für die letzten Saisonspiele: „Das ist eine super Sache, großartig für den Amateursport.“ Für das anstehende Spiel gegen den STK Eilvese am Samstag (4. April) in Harsum ist der Eintritt kostenfrei. Weitere Heimspiele in Harsum folgen am 15. April gegen BW Tündern sowie im Mai gegen den SC Hemmingen, den 1. FC Wunstorf und den VfR Ochtersum. Die Partien in Anderten gegen den OSV Hannover und den TSV Barsinghausen finden am 6. bzw. 11. April statt.

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