Hildesheim - Wie bitte schön, liebe Leserinnen und Leser, stellen Sie sich einen Fahrplanplaner vor? Vor meinem geistigen Auge sitzt er irgendwo in Hannover in seinem Büro mit Röhrenheizung, Ficus benjamini und Eisenbahnmotiv-Wandkalender an einem sehr, sehr aufgeräumten Schreibtisch. Zwischen Tastatur und Telefon steht eine winzig kleine Transdev-S-Bahn, die er manchmal gedankenverloren hin- und herschiebt. Seit vielen Tagen schon hat unser Fahrplanplaner das Miniaturmodell aber nicht mehr angefasst, genau genommen, seitdem raus ist, dass die S-Bahn-Linie Nummer 4 zwischen Hildesheim und Hannover ein Jahr lang ausfällt. Unser Mann wusste das natürlich vor Ihnen und mir, und sicher hat er seinen Chefs gesagt: „Da werden aber viele Leute sauer sein, weil sie nicht mehr von A nach B kommen.“ Die Chefs haben aber nicht richtig zugehört, einer von ihnen hat noch gemeint, dass der Fahrplanplaner Fahrpläne planen soll, aber sonst Klappe halten bitte. Tja. Und dann? Dann waren sehr viele Leute sauer, weil sie ohne S 4 nicht mehr von A nach B kommen.
Die Idee mit dem VW-Bus als Ersatz
Ob die Menschen nicht mit einem Anruf-Sammeltaxi zur Schleuse Bolzum und dann auf dem Mittellandkanal nach Hannover pendeln könnten, fragten da die klugen Chefs. Oder nach Nordstemmen trampen und von da mit Onkel Heinz im VW-Bus zum Kröpcke? Am Ende ist die ganze Chose bei unserem Fahrplanplaner auf dem Tisch gelandet, er soll jetzt die S-Bahn aus dem Dreck ziehen. Und nächstes Mal bitte früher Bescheid sagen, wenn sich solche Probleme anbahnen. Wie man hört, hat er schon erste Ideen. Und mein Mitgefühl, das hat er auch.

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