Alfeld - Thomas Kreth und Roger Carwaleis haben sich in einer denkbar schlechten Zeit selbstständig gemacht. Mit ihrem Alfelder Unternehmen Die Curry Jungs gingen sie Mitte Dezember an den Start. Mit ihrem Food-Trailer wollten sie eigentlich bei Familien- und Firmenfeiern für das kulinarische Angebot sorgen. Doch die Pandemie bremste sie aus. Die beiden Freunde ließen sich dennoch nicht stoppen, verkaufen ihr Angebot vor dem Leinekauf und dem Toom-Baumarkt in Alfeld. Und das Geschäft läuft gut an, wie sie berichten.
„Die Idee, dass wir uns selbstständig machen, war schon länger da“, erklärt Thomas Kreth. Er entstamme einer „Wurstfamilie“. Sein Onkel Achim sei in Bad Kreuznach mit seinen Bratwurstwagen seit Anfang der 1960er Jahre eine echte Größe gewesen. „Vielleicht liegt das Wurst verkaufen ja in den Genen?“, sagt Kreth. Und so bestellten sich Kreth und Carwaleis Anfang des vergangenen Jahres ihren Foodtrailer. Ende September wurde der extravagante schwarze Anhänger mit den auffälligen Nieten geliefert. Und dann sollte es auch bald losgehen. Der Alfelder Kreth und Roger Carwaleis aus Salzhemmendorf hatten sich entschlossen, hochwertige Speisen anzubieten. „Wir haben gute Schlachter in Alfeld, aber wir wollten einen anderen Geschmack anbieten“, erklärt Kreth und so machten sich die Männer, die seit mehr als 20 Jahren befreundet sind, auf die Suche nach der besonderen Wurst. In Hessen wurden sie fündig.
Die Brötchen für die Burger beziehen sie von einem regionalen Bäcker, der liefert auch die Brötchen für die Bratwürste. „Mir war wichtig, dass die Brötchen gut zu essen sind und nicht splittern“, erklärt Kreth. Das Fleisch für die Galloway-Burger kommt ebenfalls aus der Alfelder Gegend, gleiches gilt für die regulären Patties. Für die Soßen ist Roger Carwaleis zuständig. Er kreierte die Dattel-Curry-Creme und die Chili-Cheese-Soße. Fehlte nur noch ein eingängiger Name. Nach einer halben Stunde Brainstorming stand auch der fest: Die Curry Jungs.
Wer nun glaubt, dass Die Curry Jungs viele verschiedene Sorten Currywurst im Angebot haben, der irrt. „Bei uns kommt keine Wurst in die Fritteuse. Das entspricht nicht unserer Philosophie“, sagt Kreth. Es gibt Bratcurry mit selbstgemachter Soße in drei verschiedenen Schärfegraden. Der schärfste hat 2,3 Millionen Scoville. „Zum Vergleich: Tabasco hat 2000 bis 3000 Scoville“, erklärt Roger Carwaleis. Die ultrascharfe Variante wird daher auch nur auf eigene Gefahr über den Tresen gereicht.
Endlich zu den Kunden reisen
Nun galt es nur noch, zunächst die Mitbürger von ihrem Angebot zu überzeugen. „Die Alfelder sind speziell, die muss man hinter dem Ofen vorlocken“, sagt Kreth und lacht. Er dürfe das sagen, er sei schließlich auch ein Alfelder. Doch ihre Rechnung gehe auf, sogar aus Nordstemmen reisen Kunden mittlerweile an. Nun hoffen die Unternehmer, dass sie auch bald zu den Kunden reisen dürfen und Gäste auf verschiedenen Feiern, Festivals und Messen bewirten können.
Job aufgegeben
Für den Traum vom eigenen Unternehmen hat der 44-jährige Roger Carwaleis seine feste Stelle als Schulbegleiter aufgegeben. Der 52-jährige Kreth betreibt als zweites Standbein noch seine Sicherheitsfirma. Doch der Traum der beiden Männer, die Sommers wie Winters knielange Hosen tragen, ist, jeden Tag woanders den Laden vom Food-Trailer hochzuklappen, und bei Rockabilly-Musik den Grill anzufeuern. Wenn das gut läuft, wird der zweite schwarze Trailer bestellt.


