Millionen-Investitionen

Die Schülerzahlen in Achtum und Umgebung explodieren – so will die Stadt reagieren

Achtum - Zum nächsten Schuljahr muss die Grundschule Achtum doppelt so viele Erstklässler unterbringen. Die Planungen der Stadt laufen auf Hochtouren.

Das Fachwerkgebäude der Grundschule Achtum ist ein Schmuckstück, aber nur bedingt für den Einsatz als Schule geeignet. Foto: Chris Gossmann

Achtum - Stark steigende Schülerzahlen im Osten Hildesheims werden wohl dafür sorgen, dass die Stadt in den kommenden Jahren die Grundschule Achtum erweitert, damit dann alle in Frage kommenden Mädchen und Jungen hier einen Platz finden. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass zum Schuljahr 2023/24 doppelt so viele Mädchen und Jungen in Achtum eingeschult werden wie im Vorjahr. 2022/23 waren es 15. Gleichzeitig deutet sich an, dass mindestens Teile der bisherigen Grundschule abgerissen sowie Neubauten errichtet werden. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, dabei möglichst kostensparend arbeiten zu wollen.

Allerdings bewegen sich alle Vorschläge, die sie am Dienstagabend in einer gemeinsamen Sitzung des Schulausschusses und des Ortsrats Achtum-Uppen vorgestellt hat, um die 6 Millionen Euro. Dazu kommen Kosten für Container auf dem benachbarten Kirchengelände, in denen der Unterricht während der Bauphase weitergehen soll. Eine Sanierung der derzeitigen Gebäude scheint vom Tisch. „Sämtliche Gebäudeteile sind stark sanierungsbedürftig“, sagte Heiko Wollersheim, Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement bei der Stadt. Weder der Pavillon noch der gerade erst aufgestellte Container seien zudem für viele weitere Jahre Unterricht geeignet. Und das Fachwerkhaus sei zwar schön anzusehen, aber unter dem Strich kein optimales Gebäude für eine moderne Schule. Die Stadtverwaltung empfiehlt deshalb, entweder gleich komplett neu zu bauen oder die Scheune zu erhalten und sie durch neue Gebäude zu ergänzen. Der Ortsrat Achtum/Uppen hat sich laut Ortsbürgermeisterin Martina Poldafit für den kompletten Neubau ausgesprochen. Hierbei sollen auch Teile des Kirchenareals genutzt werden, um den Schulhof zu vergrößern.

Christdemokrat will nicht in Interessenkonflikt geraten

Der Schulausschuss empfahl bei einer Enthaltung, die beiden von der Verwaltung vorgeschlagenen Varianten zu vertiefen. Ratsherr Thomas Giesa (CDU) wollte nicht in einen Interessenkonflikt geraten. Er ist im Kirchenvorstand der benachbarten Gemeinde, um deren Grundstück es zum Teil geht, und enthielt sich deshalb. Ein einstimmig beschlossener Ergänzungsantrag der Gruppe SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Partei sowie der CDU-Fraktion und der Gruppe Die Unabhängigen/FDP beauftragt die Stadtverwaltung zudem, bis zum Schuljahresbeginn 2023/24 einen weiteren Klassenraum in Form eines Containers bereitzustellen, um bis zum Neubau Platz für die zusätzlichen Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Im Frühjahr 2023 soll die Verwaltung dem Schulausschuss einen Entwurf mit konkreten Kosten und einem Ablaufplan zur Entscheidung vorlegen.

Weitere Themen im Schulausschuss:

Auf großes Wohlwollen seitens des Ausschusses stieß der frühere Stadtmitte-Ortsbürgermeister Marcus Hollenbach mit seinem Vorschlag, die Inklusion künftig mehr als bisher im Hildesheimer Sport zu verankern. „Es ist ohnehin schwer für Menschen mit Behinderungen, am Sport teilzunehmen“, sagte der Grüne, der selbst einen Sohn mit Down-Syndrom hat. Aber über bessere Strukturen – etwa eine spezielle Internetplattform oder eigens dafür ausgebildete Übungsleiter – ließe sich das Angebot für die Betroffenen verbessern. Dabei gehe es aber nicht darum, zusätzliche Angebote zu schaffen, sondern darum, bestehende so zu entwickeln, dass sie auch für Menschen mit Behinderungen geeignet sind. „Es bringt nichts, wenn man fünf inklusive Mannschaften hat, aber keinen Übungsleiter, der dafür geeignet ist“, sagte Hollenbach.

„Sie laufen bei uns offene Türen ein“, erklärte Sozialdezernent Malte Spitzer. Tobias Eckardt (SPD) merkte an, dass man „gar nicht anders kann, als zuzustimmen“. Tim Bellgardt (SPD) sagte: „Es wäre doch toll, wenn Hildesheim irgendwann die erste inklusive Fußballmannschaft hätte.“

Grundschule St. Nikolaus wird zur Ganztagsschule

Die städtische Grundschule St. Nikolaus in Drispenstedt wird zur Ganztagsschule. An vier Tagen pro Woche können die Schülerinnen und Schüler künftig auf Nachmittagsangebote aus den Bereichen Sport, Musik und Kunst zurückgreifen. „Mehr als 30 Anmeldungen dafür liegen uns bereits vor“, erklärte Schulleiterin Veronika Bensch-Casper im Ausschuss. Laut Stadtverwaltung ist der Ganztag inzwischen an den weitaus meisten seiner 24 Schulen verankert. „96 Prozent der städtischen Schülerinnen und Schüler können inzwischen auf den Ganztagsbetrieb zurückgreifen, wenn sie wollen“, berichtete Jürgen Nowak, Bereichsleiter Schulen und Sport der Stadtverwaltung.

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