Marienburger Höhe - Die Marienburger Höhe wird auch in den Folgejahren Baugebiet bleiben. Das Wohngebiet ist quasi auch die Heimat der Universität Hildesheim. Wie jüngst angekündigt, soll die weiter wachsen. Ein Projekt ist nun kurz vor der Entscheidung: der Campus am Samelson-Platz. Am 23. September wird der Rat darüber entscheiden.
Doch auch im „Kleinen“ soll gleich nebenan ebenfalls gebaut werden: an der Stralsunder Straße – quasi hinter dem Campus-Gelände. Dort stehen bereits Sozialwohnungen der Wohnungsbaugesellschaft gbg. Doch das Grundstück bietet noch Platz für mehr, findet die gbg. Und stoßen dabei auf Kritik der Anlieger, die die Rasen-, Busch- und Baumfläche erhalten möchten.
Wohnblöcke der gbg
Im Ortsrat Marienburger Höhe/Galgenberg sind am Donnerstagabend beide Pläne auf der Tagesordnung gewesen. Während zu den Plänen der Hochschule bereits die sogenannte Auslegungsphase abgeschlossen ist, also der Zeitraum, in dem Bürger und Verbände Einsprüche und Einwände erheben können, steht das dem Projekt der gbg noch bevor. Bereits im Vorfeld hat die Wohnungsbaugesellschaft auf die Wünsche der Anlieger reagiert. Statt eines geschlossenen Wohnngsblocks sollen nun zwei einzelne Wohnblöcke mit jeweils acht Wohnungen entstehen.
Was die Anlieger jedenfalls nicht mehr beeinflussen können, ist, dass dort gebaut wird. Sie hatten zunächst gehofft, dass ihnen ihre Grünfläche erhalten bleibt. Nun geht es darum, darauf zu achten, dass am Ende die vorgeschriebenen Bauabstände eingehalten werden.
Mehr Verkehr am Samelsonplatz
Das andere Projekt, der Samelson-Campus, hat die Auslegungsphase bereits hinter sich, inklusive einem umfangreichen Schallgutachten. Das bestätigt der Universität, dass die Belastung im Rahmen dessen bleibt, was in einem Wohngebiet zumutbar ist.
Zu den Plänen zählt unter anderem der Abriss alter Gebäude und ein entsprechender Neubau. Vor allem aber soll der derzeitige Innenhof ein „Gesicht“ bekommen, wie es in der Architektensprache heißt. In jedem Fall aber werden dann künftig noch mehr junge Leute dort studieren. Deswegen soll auch der Parkplatz wachsen. Nur, und das war Thema im Ortsrat: Schon jetzt staut sich in der kleinen Ortsnebenstraße zu Semesterzeiten häufig der Verkehr.
Wasserkamp bleibt außen vor
Erstaunen rief im Ortsrat allerdings die präsentierte Planfläche hervor, die auch die benachbarte Turnhalle miteinschloss. Ein Irrtum, bestätigt Uni-Baudezernent Thomas Hanold auf Anfrage der HAZ: „Die Fläche gehört der Stadt.“ Doch damit zählt sie zu einer der Optionen, die erst kürzlich Uni-Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich in einem HAZ-Interview angedeutet hat: Verhandlungen mit der Stadt über künftige Flächen für die Hochschule, um weiter zu wachsen.
Derzeit gebe es aber keine konkreten Vorschläge, teilt Hanold mit. Als nächstes gehe es um den Samelsonplatz und den Mensa-Neubau. Falls die Uni mehr Flächen braucht, betreffe das jedenfalls ausdrücklich nicht den Wasserkamp, sagte Hanold der HAZ: „Ein neuer, eigener Campus kommt überhaupt nicht infrage. Der ist unbezahlbar.“
Bürgerversammlung
Insgesamt geht es in dem Stadtteil um die gesamte Entwicklung, vor allem auch um die Verkehrsbelastung, die auch mit einer etwaigen Bebauung des Wasserkamps weiter an Fahrt aufnehmen könnte. Bereits jetzt gibt es zwei Bürgerinitiativen, die das verhindern wollen. Der Ortsrat lädt nun zu einer Bürgerversammlung am 14. November, um 18 Uhr in das Uni-Forum auf dem Hauptcampus, Raum 006, ein.
Kommentar

Der Stadtteil Marienburger Höhe steht unter großem Druck. Wenn dort, wie geplant, weiter gebaut wird, muss dringend eine Lösung für die Verkehrsprobleme gefunden werden, damit das Wohnen dort weiterhin lebenswert bleibt. Doch derzeit entwickelt sich die Marienburger Straße immer stärker zu einer Verkehrsschneise. Hinzu kommt, dass der Parkdruck im Wohngebiet für Anlieger nach oben steigt. Die Uni dabei im Wachstum zu beschränken, steht außerhalb der Diskussion. Hildesheim kann froh sein, Hochschulstandort zu sein. Im Gegenteil: Gerade mit der Expertise aus der Uni könnte die Stadt ein Umwelt- und Mobilitätskonzept für die Höhe entwickeln, das auch Signalwirkung in die anderen Stadtteile haben könnte. Das könnte auch den Wasserkamp einschließen. Es ist höchste Zeit dafür.
