Steinbrück - Die Burg Steinbrück hat jetzt eine Feuerwehrzufahrt. Was wie eine Kleinigkeit klingt, bietet dem Eigentümer der Burgruine, Detlef Rund, ganz neue Möglichkeiten. Er bezeichnet die Abnahme der Straße als Meilenstein. „Sie ist fertig und abgenommen – puh, geschafft“, sagt Rund. Denn immerhin hat das Projekt schon vor fast zehn Jahren seinen Anfang genommen.
Die Gemeinde Söhlde und die Feuerwehren aus Söhlde und Steinbrück haben die etwa 100 Meter lange Straße von der Kehrwiederkirche bis in den Burghof jetzt abgenommen. Die Wehren verbanden den Termin gleich mit einer Übung. Das bietet sich an, denn die Straße ist die Feuerwehrzufahrt, also ein Rettungsweg. Und genau der ermöglicht dem Burgherrn nun, Veranstaltungen auf dem Areal auszurichten und Einnahmen zu generieren. Das war ihm bisher nicht möglich. „Von der Ruine auf dem Acker zum Veranstaltungsort“, sagt Rund, der die Burg 2013 kaufte.
Zwischendurch die „Faxen dicke“
Sieben Jahre dauerte es allein, bis der Bauantrag durch war. Zwischendurch, so räumt Rund ein, habe er mal die „Faxen dicke“ gehabt, was das Projekt noch weiter in die Länge zog. Als die Genehmigungen erteilt waren, kaufte sich Rund einen Bagger, um so viele der Arbeiten selbst zu übernehmen, wie es nur irgend ging. Allein für die Bauarbeiten an der Zufahrt investierte er 45.000 Euro. „Da kommen die Kosten für die Architekten, Gutachten und die Ausgleichsflächen noch obendrauf“, sagt Rund.
Der 45-Jährige, der seinen Lebensmittelpunkt am Niederrhein hat und als Versicherungskaufmann arbeitet, reist alle 14 Tage in die Gemeinde Söhlde, um an seiner Burg zu arbeiten. Dabei muss er jedes Vorhaben mit der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises abstimmen. Die Behörde hat bereits genehmigt, dass Rund ein Vordach für den Bergfried bauen kann, um dessen Bausubstanz zu schützen. Auch das Dach des Bergfrieds muss abgedichtet werden, damit der bisher einzig nutzbare Raum der Burg, der Wullenweber-Saal, trocken wird.
Für alle Vorhaben, etwa Dachrinnen am Palas der Burg anzubringen, muss Rund zunächst Anträge schreiben. Er hofft, dass die Vorhaben, die jetzt noch anstehen, um die Burg zu ertüchtigen, nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen. Etwa zehn Jahre, so schätzt der Burgherr, werde er sich wohl allein der Erhaltung der Bausubstanz widmen müssen.
Arbeiten werden erleichtert
Auf jeden Fall erleichtert die neue Zufahrt die Arbeiten an der zwischen 1370 und 1383 erbauten Burg. Denn nun von nun an kann schweres Gerät direkt in den Innenhof gesteuert werden. „Für mich ist das ein ganz neues Gefühl, mit dem Auto da vorfahren zu können“, schwärmt Rund. Und er freut sich darüber, dass nun auch der Gastank auf dem Gelände wieder befüllt werden kann, weil der Tanklaster ihn über die neue Straße erreicht. Damit kann der Burgherr sein kleines Fachwerkhaus neben der Burg im Winter wieder heizen.
Auch der Förderverein Burg Steinbrück ist froh, dass dieses Langzeitprojekt nun abgeschlossen ist. „Test bestanden, wir freuen uns auf Neuigkeiten vom Burgherrn und dem Förderverein über die ersten Veranstaltungen auf dem Gelände“, so der zweite Vorsitzende des Vereins Finn Hoins.

