Detlef Meineke

Der singende Abschlepper aus dem Kreis Hildesheim braucht Show und Bühne – auch aus einem ernsten Grund

Grasdorf - DJ Detlef hat sich für die Teilnahme an der nächsten Staffel Deutschland sucht den Superstar beworben. Dass er keine Chance hat, weiß der Grasdorfer. Warum er aber dabei sein will. (Mit Video)

Für Detlef Meineke kann es gar nicht bunt genug und auffällig sein. Foto: Chris Gossmann

Grasdorf - Als der singende Abschlepper ist Detlef Meineke aus Grasdorf bekannt. Der Mann mit dem sonnigen Gemüt, das er wohl seiner rheinländischen Mutter zu verdanken habe, hat sich jetzt als Teilnehmer für die Show Deutschland sucht den Superstar (DSDS) beworben. Bisher durften die Teilnehmer nicht älter als 30 Jahre alt sein – diese Grenze gibt es nicht mehr. Meineke nutzt die Gelegenheit und präsentierte sich gleich beim Online-Vor-Casting. Warum der Mann sich das antut und wie er zu seinem eigentlichen Rufnamen gekommen ist, erklärt er im Gespräch mit der HAZ.

„Rosenmontag habe ich meine Frau in Braunschweig kennengelernt. 44 Jahre ist das her“, legt Meineke los. Seine Ingrid-Maria steht ihm ohne Wenn und Aber zur Seite, auch wenn er im schrill-bunten Anzug mit farbigem Hut auf dem Kopf in der Arneken-Galerie „Ich geb‘ mir selbst ‚ne Party“ zum Besten gibt oder kostümiert mit Wikinger-Helm in den Flieger nach Mallorca steigt. „Die kennt das ja“, sagt Meineke.

Seine Mutter vererbte ihrem Kind nicht nur das sonnige Gemüt und die Liebe zum Karneval. Sie ließ ihren Sohn zudem auf den Rufnamen Balduin – nach einer berühmten Rolle des französischen Komikers Louis de Funès taufen. Nomen est Omen? Ins Profi-Fach jedenfalls hat es Meineke nicht geschafft. Er gründete 1980 sein Abschleppunternehmen in Salzgitter und tritt beinahe schon genauso lange als DJ Detlef und Sänger auf. Dabei ist er sich offenbar für nichts zu schade. Und so stand er 2015 als Sat-1-Morningstar Extrem unter einer Dusche, aus der es Honig, Schokopudding und letztlich Federn regnete und sang „Ich geb‘ mir selbst ‚ne Party“. Dafür, dass er den Song bis zur letzten Zeile sang, bekam er 750 Euro. Trotz des Geldes – so etwas aber, will er nicht wieder machen: „Das war eklig“.

Ein Jahr später qualifizierte er sich mit Berufskraftfahrer Christian Pätzold als „Salzgitter-Duo“ für die erste „Supertalent“-Live-Show in Bremen. „Da passte ich eigentlich gar nicht rein“, sagt Meineke heute. Aber er genoss den Auftritt vor großem Publikum, Prominente zu treffen, mit ihnen zu reden, vor der Kamera zu stehen und obendrein Geld dafür zu bekommen.

Drei Lieder im Repertoire

Drei Lieder hat Meineke im Repertoire: Den bereits erwähnten Song, „Der Junge mit der Mundharmonika“ und „Regine“. An „So bist Du“ und „Nessaja“ arbeitet er gerade. „Ich habe das gestern im Bett geübt und meine Frau sagt, das ist gut“, sagt Meineke und schmunzelt. Nun, er klingt weder wie Howard Carpendale, noch wie Bernd Clüver, Wolfgang Petri oder Peter Maffay. Doch das hält ihn nicht vom Singen ab.

Tochter Simone siegte bei Shopping-Queen

„Als Abschlepper bin ich immer in Bereitschaft, da brauche ich einen Ausgleich“, sagt er. Auch zu den oft schrecklichen Bildern, die er an Unfallorten sieht. Außerdem ist Meineke jeder Euro willkommen. Mit 68 Jahren arbeitet er noch voll. „Ich bekomme nur 400 Euro Rente. Meine eigene Blödheit, ich habe zu wenig eingezahlt“, gibt er zu. Seine zwei Töchter unterstützen ihn finanziell. „Meine Tochter Simone ist 2010 Shopping-Queen von Leipzig geworden. Das ist doch was. High Heels war das Thema“, berichtet er stolz.

Meineke will erkannt werden

Doch um seine Reisen nach Mallorca finanzieren zu können, setzt er auf seine Gagen. Und wenn er dann am Flughafen ein Autogramm geben kann, ist er selig. Im Gegensatz zu anderen Künstlern, die vielleicht auf große Sonnenbrillen setzen, um nicht erkannt zu werden, kann man den Grasdorfer schlecht übersehen: bunte Anzüge, mit Paillettenhüte, Entenmaske – so checkt er ein.

„Für drei Lieder bekomme ich im Münchner Kindl auf Mallorca gratis Essen und Trinken“, strahlt Meineke. Werbung und weitere Auftritte verspricht er sich von Auftritten wie etwa beim Musikfestival am 15. Juni in Wolfsburg.

Spaß und Werbung für sich selbst

Wahrscheinlich erst im Herbst wird die 21. Staffel von Deutschland sucht den Superstar starten. Ob Meineke mit von der Partie sein wird, ist noch nicht raus. Er wartet noch auf eine Rückmeldung. Sollte er es schaffen, wird er live singen („Man kann die Leute ja nicht verarschen“) und sich wohl auch von Dieter Bohlen öffentlich beleidigen lassen – das gehört zur Show dazu. Aber Meineke stört das nicht, zumal das vorher abgesprochen werde und es für Live-Auftritte eine Gage gibt. „Ich komme da eh nicht groß raus“, sagt Meineke. Aber das sei egal, es mache Spaß und sei Werbung für ihn. Dann werde er bestimmt noch öfter gebucht und über ihn wird in Zeitungen berichtet. „Ich sammle alle Artikel über mich. Für meine Enkel, damit die mal sehen, was ihr Opa für einer war“, sagt er und sieht dabei stolz aus.

  • Region
  • Grasdorf
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.