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Digitaler Marktplatz „Sarstedter online“ wächst weiter

Sarstedt - Angebote aus der Stadt von der Couch aus kennen lernen: Mit diesem Konzept soll Einzelhandel, Gastronomie und Gewerbe belebt werden.

Torge Schäfer und Karl-Heinz Forster werben dafür, dass Sarstedter Händler, Gewerbetreibende und Gastronomen online gehen. Foto: Foto: Viktoria Hübner

Sarstedt - Einzelhändler wehren sich seit Jahren gegen die übermächtig scheinende Konkurrenz aus dem Internet wie den US-Konzern Amazon. Dabei bieten lokale Marktplätze eine Nische im Internet, in der auch hiesige Geschäftsleute ihr Angebot und sich selbst präsentieren können. Bereits seit Dezember 2019 gibt es daher den digitalen Marktplatz „Sarstedter online“. Projektkoordinator Torge Schäfer und Stadtmarketing-Vorsitzender Karl-Heinz Forster mussten seitdem trotzdem reichlich Überzeugungsarbeit leisten, um Händler, Dienstleister und Gastronomen von den Vorteilen der Plattform zu überzeugen. Erst im April mit einer Flyer-Aktion, der direkt in die Geschäfte ging. Das Ergebnis: Drei neue Teilnehmer haben ab sofort im virtuellen Kaufhaus ihren Auftritt.

Drei neue Gesichter

Konditormeisterin Sabrina Haberlah mit ihrem Geschäft „Sweet Symphonies“ ist dort jetzt ebenso zu finden wie der Kleiderverleih „Kleider(T)raum“ und das Modehaus Schmidt-Häder von Inhaber Dirk-Sikko Schmidt. Insgesamt sind es damit 16 Teilnehmer. „Wir wollten das Sortiment erweitern“, sagt Schäfer, der sich als IT-Spezialist um alles rund um „Sarstedter online“ kümmert. Dazu eigne sich besonders der Bereich Mode. Schmidt-Häder beispielsweise bietet in dem Internetauftritt aktuell seine sportliche Kollektion an – Farbe, Größe, Fotos, alles auf einen Blick.

Doch, und das betont Schäfer ausdrücklich: „Es geht nicht primär ums Onlinekaufen sollen oder müssen, sondern sich vom Sofa aus über das Angebot in Sarstedt zu informieren.“ Das umfasst im Übrigen auch den Bereich Veranstaltungen, weshalb auch die „Sarstedter Sommerterrassen“ dort ihren Niederschlag finden.

Die Suche über das Produkt

Ein Kritikpunkt, den Schäfer öfter hört, ist, dass der Einkauf über das Internet Kunden im realen Leben wegnimmt, in der Folge also keiner mehr in die Innenstädte kommt. Das können sowohl Schäfer als auch Forster nicht bestätigen. „Die Online-Bestellungen, die bei uns eingehen, kommen aus ganz anderen Gegenden Deutschlands“, berichtet Schäfer. Vielmehr sei es so, dass die Kunden ein Produkt über Google suchen, und darüber erst Kenntnis von hiesigen Händlern bekämen. Der Sarstedter Internetauftritt, der in Zusammenarbeit mit der Firma Atalanda entstanden ist, verfüge über „eine besonders gute Google-Optimierung“. Ein weiterer Vorteil: Bei der lokalen Plattform werde zudem die Persönlichkeit des Inhabers nach vorne gestellt. Aktuell befindet sich auch noch die Facebook-Seite „Sarstedter Online“ im Aufbau.

Forster sieht in dem zusätzlichen Angebot gar die Möglichkeit für Gewerbetreibende deren „langfristige Existenz sicherzustellen“. Amazon ist in seinem Ärger nicht der vielzitierte Todesbringer, sondern habe lediglich einen weiteren Markt wachsen lassen, eine Ergänzung zum Laufgeschäft. „Das Einkaufen gehen ist nicht tot“, ist sich Forster sicher. Es stehe und falle jedoch mit der Attraktivität und Aktualität bei jedem einzelnen Händler.

Der Online-Marktplatz ist unter www.sarstedter.online zu finden.

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