Dingelbe - Nach dem Streit um den Neubau der Dingelber Kita ist die Einrichtung am Freitag in das neue Gebäude umgezogen. Mit Bollerwagen voller Spielzeug haben sich Kinder und Mitarbeiter in einer langen Reihe vom bisherigen Kindergarten aufgemacht und den Neubau in Beschlag genommen.
Eigentlich hätten die Kinder schon seit Langem in dem neuen Gebäude spielen sollen. Dieses ist nämlich schon seit Monaten fertiggestellt. Doch nach Angaben der Caritas sorgten „nicht erfüllte bauliche Auflagen“ dafür, dass der Umzug sich um Monate verzögerte.
Konkret ging es dabei um eine von der für die Betriebserlaubnis zuständigen Landesschulbehörde geforderte Abtrennung zwischen dem Bewegungsraum und dem Eingangsbereich. „Es gab nur eine befristete Betriebserlaubnis“, erklärt Thomas Pohlmann, Sprecher des Kita-Betreibers Caritas. Es hätte daher nach seinen Angaben passieren können, dass die Betriebserlaubnis erlischt, wenn die geforderte Abgrenzung nicht eingebaut worden wäre: „Dann hätten die Kinder auf der Straße gestanden.“
Personelle Gründe
Ursache für Verzögerung?
Schellertens Gemeindebürgermeister Axel Witte hatte hingegen stets versichert, dass die geforderte Abgrenzung auch im laufenden Betrieb hätte stattfinden können. Die Gemeinde hatte das neue Kita-Gebäude für 2,2 Millionen Euro bauen lassen.
Witte will sich zu dem Streit zwischen Gemeinde und Caritas nicht mehr detailliert äußern, deutet allerdings an, dass andere Gründe für die Verzögerung beim Umzug gesorgt haben könnten: „Ich freue mich, dass die Caritas jetzt personell dazu in der Lage ist, den Betrieb der Kita am neuen Standort zu betreiben.“
Den Vorwurf, dass die Caritas den Umzug aus personellen Gründen hinausgezögert haben könnte, weist Caritas-Sprecher Pohlmann allerdings zurück: „Das Personal ist da. Ob die in dem einen oder anderen Gebäude arbeiten, ist egal“, versichert Pohlmann: „Für uns war einzig die Unsicherheit bei der Betriebserlaubnis ausschlaggebend.“
Am Montag beginnt der Betrieb
Für die geforderte Abtrennung ist nun eine Lösung gefunden worden: Eine Schrankwand trennt Bewegungsraum und Eingangsbereich voneinander, wie Pohlmann berichtet. Daher sei vor einigen Tagen die unbefristete Betriebserlaubnis eingegangen, weswegen der Umzug nun habe stattfinden können.
Am Montag beginnt im Neubau der Betrieb. Dort sind Krippen- und Kindergartengruppen unter einem Dach vereint. Zuletzt waren die zwei Krippengruppen im Haupthaus am Ortsrand und die zwei Kindergartengruppen in der ehemaligen Schule im Ortskern untergebracht. Diese einst als Provisorium gedachte Lösung hat über zehn Jahre bestanden.
Nadine Hartmann neue Leiterin
Dass nun Krippe und Kindergarten unter einem Dach untergebracht sind, freut auch die neue Kita-Leiterin Nadine Hartmann. Es werde eine spannende und aufregende Zeit für Kinder wie für Mitarbeiter, erläutert Hartmann und hofft, dass sich alle schnell an die neuen Gegebenheiten gewöhnen und sich gut einleben: „Die Motivation der Eltern jedenfalls ist sehr groß, uns zu unterstützten.“
Hartmann war zuvor schon stellvertretende Leiterin der Einrichtung gewesen. Sie hat nun Melanie Leopold abgelöst, die die Einrichtung zum 31. Juli verlassen hatte und jetzt die Kita St. Antonius im Hildesheimer Ortsteil Sorsum leitet.
