Vollsperrung bleibt

Söhre an zwei Seiten abgeschnitten: Firma arbeitet eine Woche und macht dann erst mal drei Wochen Ferien

Söhre - In Söhre sind zwei Ortsausgänge gesperrt, doch die Baustelle dort ruht drei Wochen wegen Betriebsferien der Firma: Wie die Gemeinde Diekholzen das erklärt und was den Söhrern verkehrsmäßig unmittelbar nach den Sperrungen bevorsteht.

Von Marienburg her kommt derzeit kein Verkehr nach Söhre hinein und von Barienrode auch nicht. Foto: Thomas Wedig

Söhre - Seit der zweiten Juliwoche sind die beiden Ortsein- und ausgänge von Söhre in Richtung Barienrode und Hildesheim-Marienburg gesperrt, nur Anlieger haben dort auf der Barienroder Straße und auf der Straße An der Beuster freie Fahrt zu ihren Grundstücken. Die Firma August Bertram aus Goslar begann am 8. Juli mit Kanalarbeiten, am 12. Juli war allerdings vorerst wieder Schluss. Die Firma macht erst einmal drei Wochen Betriebsferien, am 5. August soll es weitergehen. Was bis dahin durchgehend bleibt, ist die Vollsperrung.

Und die verursacht bei manchen der knapp 1300 Einwohnerinnen und Einwohnern Verwirrung und Ärger – vor allem bei denjenigen, die keine Anlieger sind und nicht durch die Baustelle fahren dürfen. Und das ist der weitaus größte Teil der Dorfbevölkerung. „Es hat noch niemand von uns jemanden arbeiten sehen“, sagt zum Beispiel die Söhrerin Luise Braunroth über den Stillstand seit einer Woche. Berufstätige, die nach Hildesheim pendeln, müssten einen kilometerlangen Umweg über Diekholzen in Kauf nehmen, gibt sie zu bedenken. „Wenn die Baufirma jetzt Betriebsurlaub macht“, meint sie, „ist das eine Frechheit und Fehlplanung.“

Zeitdruck wegen geplanter Sanierung der B 243

Das Ganze war tatsächlich so geplant, bestätigt Ingo Franke, Leiter des Bauamtes der Gemeinde Diekholzen. Hätten die Kanalarbeiten aber erst nach den Betriebsferien begonnen, wäre nicht mehr genügend Zeit geblieben, sie abzuschließen. Die Bauarbeiten sollen bis Anfang September fertig sein. Denn: Unmittelbar danach plant die Straßenbaubehörde des Landes laut Franke eine Sanierung der Bundesstraße 243 zwischen Groß Düngen und Ochtersum. „Während der Sanierung könnten wir die Straße nicht sperren“, erläutert Franke, „denn dann würden die Umleitungsstrecken fehlen.“

Die Umleitung wird dann also über Söhre führen, was für die Einwohnerinnen und Einwohner bedeutet: Sie kommen quasi vom Regen in die Traufe – erst die Vollsperrung, danach mehrere Wochen Bundesstraßenverkehr im Ort.

Anlieger wurden informiert

Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden per Brief rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten detailliert über den Ablauf der Arbeiten informiert. Doch für sie halten sich die Einschränkungen in Grenzen, weil sie die gesperrte Straße ja während der Betriebsferien passieren dürfen – im Gegensatz zu allen anderen.

Ein Hinweis auf die Bauarbeiten und die damit verbundene Sperrung ist seit dem 2. Juli auch auf der Homepage der Gemeinde zu lesen – mit dem Info-Schreiben für die Anlieger als Anhang-Datei.

Ganz werden die Arbeiten während der planmäßigen Pause auch nicht ruhen, berichtet Franke. In der Zeit planen Versorgungsunternehmen punktuelle Suchschachtungen und Umlegungen von Versorgungsunternehmen für Strom, Gas, Wasser und Telefon.

50 Euro Bußgeld bei Missachten der Sperrung

Wer die Sperrung missachtet, muss unter Umständen zahlen, wenn er dabei ertappt wird: Bei unbefugtem Durchfahren ist laut Bußgeldkatalog eine Strafe von 50 Euro fällig. Offenbar hat die Polizei in Söhre auch schon kontrolliert. Das wird in Söhre erzählt, der Hildesheimer Polizeisprecher Jan Makowski kann es aber nicht bestätigen – denn nicht jede Kontrolle wird protokolliert, wenn sie zum Beispiel im Rahmen einer Streifenfahrt erfolgt. Beschwerden über Durchfahrende liegen nach Makowskis Kenntnis nicht vor. Das war zum Beispiel während einer Sperrung der Hildesheimer Kardinal-Bertram-Straße der Fall. „Deswegen haben wir dort auch regelmäßig kontrolliert.“

  • Region
  • Söhre
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.