Bauprojekt

Früher Millionenbau, heute heruntergekommen: Jetzt will ein Investor im Kreis Hildesheim 18 neue Wohnungen bauen

Emmerke - Seit mehr als 20 Jahren ist ein heruntergekommener Wohnkomplex vielen Menschen in Emmerke ein Dorn im Auge. Das will ein Unternehmen aus Harsum ändern. Ein Blick auf die Einzelheiten der Pläne.

Blick auf die drei alten Häuser in Emmerke. Die will ein Unternehmen aus Harsum rundum erneuern. Foto: Julia Moras

Emmerke - Schon lange Zeit bietet sich am Rande von Emmerke ein Anblick, der für etliche Anwohner nur eins ist: hässlich. Dort sind drei Häuser schon seit etwa 20 Jahren dem Verfall überlassen. Den will die Harsumer Baumanagement GmbH von Saman Jung-Lundberg rasch stoppen. Bis zum ersten Quartal kommenden Jahres sollen an der Giesener Straße 18 Wohnungen entstehen. Zielgruppe sind besonders Seniorinnen und Senioren.

Fenster sind teilweise zerbrochen, die Fassaden sind marode, der Komplex mit Ursprüngen aus den fünfziger Jahren sieht trist aus, wirkt abbruchreif. Doch die Bausubstanz ist intakt, hebt Jung-Lundberg hervor. Also werden die Gebäude entkernt und auch entrümpelt. Mobiliar von den einstigen Bewohnern kündet von der Geschichte des „Millionenbaus“. So nennt man in Emmerke die drei Häuser. „Ich war schon als Zehnjähriger hier“, sagt der Ortsbürgermeister Josef Theodor Möller. Er kann sich noch gut an die Zeiten erinnern, als ein Zahnarzt in einem der Häuser praktizierte. Auch einen Friseurladen gab es in dem Ensemble. Die Leute dort lebten in insgesamt zwölf Wohnungen. Jahre danach wohnte nur noch eine Person in dem mittleren Gebäude, die beiden anderen standen leer.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Genau deshalb will Unternehmer Jung-Lundberg nun Gas geben. Dabei hilft der „Bau-Turbo“ – erstmals soll im Landkreis Hildesheim dieses gesetzliche Instrument bei einem Bauprojekt angewandt werden, so der Giesener Gemeinde-Bürgermeister Frank Jürges (CDU). Das heißt: Der Gemeinderat kann das Vorhaben mit einem Beschluss beschleunigen, erläutert der stellvertretende Bauamtsleiter der Kommune, Niklas Neumann-Westphal. Laut Jürges ist davon auszugehen, dass die Giesener Politik dem zustimmt.

Das würde den Harsumer Planern in die Karten spielen. Sie haben einiges vor – und wollen unter anderem kleinere Appartements für Singles, aber auch Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen anbieten. Diese können vermietet oder verkauft werden – darüber ist aber noch nicht das letzte Wort gesprochen. Interessenten für Wohnungen in dem Ensemble gibt es unterdessen schon, berichtet Jürges. Wie hoch die Miete ist, muss noch geklärt werden. Auch ein möglicher Kaufpreis von Wohnungen ist noch offen.

Die Häuser stehen auf einem insgesamt 1936 Quadratmeter großen Grundstück, die Nutzfläche beträgt rund 1000 Quadratmeter. 35 Menschen werden voraussichtlich dort leben.

„Ich bin begeistert davon. Für uns ist das wie ein Sechser im Lotto“, schwärmt Ortsbürgermeister Möller. Denn: Ein großer Leerstand verschwinde, zugleich werde neuer Wohnraum im Ort geschaffen. Auch Verwaltungschef Jürges zeigt sich „sehr happy“ – und sicherte den Planern hundertprozentige Unterstützung zu. Zu dem Projekt soll auch eine Begegnungsstätte im mittleren Gebäude gehören. Geschäftsführer Jung-Lundberg nennt überdies auch ein Pflegeangebot – mit Zuschnitt auf ältere Menschen. Selbstverständlich sollen die Wohnungen barrierefrei sein, außerdem sind zwei Aufzüge geplant.

Gut an den Verkehr angebunden

Für die Attraktivität des Projekts spricht Ortsbürgermeister Möller zufolge auch die Lage. Die Anbindung an den Verkehr sei sehr gut. Den Emmerker Bahnhof könne man zügig erreichen, um von dort aus mit der S-Bahn Hildesheim oder Hannover anzusteuern – auch eine Buslinie hält gleich in der Nähe. Aber vor allem ist den Emmerkern mit Blick auf die Pläne eins wichtig: „Der dunkle Fleck“, so nennt es Jung-Lundberg, soll weg. Und zwar schnell. Der Bauantrag an den Landkreis sei schon eingereicht.

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