Hildesheim - Die Supermarkt-Kette Edeka übernimmt den Real-Markt in Hildesheim offenbar nicht – auch wenn sie die Immobilie gekauft hat. Der Standort am Cheruskerring steht nicht auf der Liste jener rund 51 Real-Märkte, deren Übernahme das Bundeskartellamt Edeka jetzt genehmigt hat – in 45 Fällen bedingungslos, in sechs Fällen unter Auflagen. Und auch auf der Liste jener 21 Standorte, die Edeka nicht übernehmen darf, fehlt Hildesheim. Was bedeutet: Offenbar hat Edeka für Hildesheim erst gar keinen Antrag gestellt.
Auch wenn sich das Unternehmen selbst nie zu Hildesheim geäußert hat, kommt das überraschend. Denn sicher ist, dass Edeka im Herbst über eine Tochtergesellschaft die Immobilie in der Hildesheimer Nordstadt gekauft hat, auf der Real und auch die Filiale des Adler-Modemarktes stehen. Das ist aus dem Grundbuch ersichtlich.
Damit rückt nun doch wieder Kaufland in den Blickpunkt. Der Edeka-Rivale hat sich nämlich das Erbbaurecht auf besagtem Grundstück gesichert. Und das Bundeskartellamt hat Kaufland, anders als Edeka, eine Übernahme des Hildesheimer Real-Marktes erlaubt. Kaufland hat sich dazu allerdings bisher zurückhaltend bis gar nicht geäußert, Nachfragen nach einem Übernahme-Termin ins Leere laufen lassen.
Unsicherer Zukunft
Die Konstellation bleibt also knifflig: Edeka hat die Immobilie gekauft, will aber offenbar den Markt nicht. Kaufland dürfte ihn übernehmen, müsste sich aber mit Edeka als Vermieter einigen – zudem ist unklar, was dann mit der bereits bestehenden Filiale weniger Meter entfernt am Römerring geschehen soll, zumal diese Immobilie Kaufland selbst gehört.
Zahlreiche Mitarbeiter von Real und auch mehrere Hildesheimer Unternehmen, die als Untermieter Filialen in dem großen Supermarkt unterhalten, stehen also weiterhin vor einer unsicheren Zukunft. Das gilt inzwischen für die Mehrheit der deutschen Real-Standorte nicht mehr: Bei rund 160 von ihnen ist klar, wie es weitergeht – sie werden von Kaufland, Edeka oder der süddeutschen Globus-Kette übernommen.
Welche Pläne hat Edeka?
Um weitere Märkte bewerben sich mehrere andere Ketten, einzelne Standorte sollen auch zunächst von Real selbst weiter betrieben werden. Denkbar zudem, dass Edeka in Hildesheim eher langfristige Pläne verfolgt und zum Beispiel ein Auslaufen des Erbbaurechts in einigen Jahren abwarten will. Rund ein Jahr, nachdem ursprünglich schon Klarheit herrschen sollte, herrscht am Cheruskerring jedenfalls weiter Unsicherheit.
