Giesen - Das Jahr 1966 war politisch, gesellschaftlich und im Sport ein geschichtsträchtiges Jahr. Es brachte unter anderem die erste Große Koalition in Deutschland, den legendären WM-Triumph Englands, den ESC-Sieg für Udo Jürgens. Es ist auch das Jahr, in dem Brigitta und Johannes Beike sich das Ja-Wort gaben. Das Ehepaar aus Giesen kann nun auf 60 gemeinsame Jahre blicken und seine diamantene Hochzeit feiern.
„Es war damals ein heißer Tag“, erinnert sich die heute 80-Jährige, die zu ihrer Hochzeit ein langes, weißes Kleid plus Schleier sowie einen üppigen Strauß aus roten Rosen und weißen Freesien trug. Ihr Mann hatte sich für einen Klassiker, einen schwarzen Anzug, entschieden. Am 16. Juni gab sich das Paar kirchlich, zwei Tage zuvor standesamtlich das Ja-Wort. „Es waren 60 schöne, harmonische Jahre“, blickt die Giesenerin zurück.
Brigitta wurde inDänemark geboren
Während ihr Mann Alt-Giesener ist, wurde sie nach der Flucht in Dänemark geboren und getauft – ihre Eltern stammen ursprünglich aus Ostpreußen. Im Januar 1947 war sie mit ihrer Mutter von Dänemark zu ihrem Vater, der bereits in Giesen lebte, gezogen. Ihre Mutter besaß für sie zwar eine Tauf-, aber keine Geburtsurkunde.
Als Brigitta ihren Johannes in Giesen heiraten wollte, schrieb der damalige Bürgermeister die zuständige Stelle in Berlin an, um die benötigten Dokumente zu ordern. Die Geburtsurkunde wurde ausgestellt und ist auf das Jahr 1966, also das Jahr ihrer Hochzeit, datiert, erzählt Brigitta Beike schmunzelnd.
Flug für die Hochzeitsreise kostete 312 Mark
Die Hochzeitsreise führte die Frischvermählten, die über Neckermann gebucht hatten, nach Venedig. Der Flug mit Condor plus Vollpension kostete damals pro Person 312 Mark. Die Eheleute sind in den vergangenen Jahrzehnten gern verreist – innerhalb von Deutschland und Europa. Auch die Türkei zählte zu den Urlaubszielen, berichtet die Giesenerin.
Sie und ihr Mann (87 Jahre) kennen sich seit vielen Jahren – zunächst nur vom Sehen, bei einem Feuerwehrfest im Jahr 1961 lernten sie sich näher kennen. Die Verlobung folgte drei Jahre später.
Ehepaar ist der Kolpingsfamilie sehr verbunden
Ursprünglich wollte sich das junge Paar während einer Kolpingsfahrt nach Berlin verloben, entschied sich dann aber dagegen. Mit Kolping sind die Beikes eng verbunden – seit 66 Jahren ist Johannes Beike, der gelernter Tischler ist, Mitglied. Seine Frau kommt auf rund 40 Jahre. Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt haben den Eheleuten, die sich über einen Sohn und zwei Enkelkinder freuen, immer gut gefallen.
