Hildesheim - Ist das Ei zu weich oder zu hart gekocht? Das ist natürlich nicht nur das Thema im Zeichentrick-Sketch „Das Frühstücksei“ des deutschen Humoristen Loriot, sondern auch täglich bei vielen Menschen am Frühstückstisch. Deutschlandweit ist der Eierverbrauch 2024 um mehr als vier Prozent auf 20,8 Milliarden Eier gestiegen. Rechnerisch wurden hierzulande im Schnitt pro Person 249 Eier konsumiert – zehn mehr als im Vorjahr. Das geht aus vorläufigen Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft hervor. Wie beliebt Eierspeisen sind, das merken auch Hildesheimer Gastronomen.
Beim Stadtzauber in der Hildesheimer Ostertorpassage finden sich auf der Speisekarte zahlreiche Eierspeisen – nicht nur auf den Frühstücksplatten. Mit dem Egg Benedikt gibt es etwa ein pochiertes Ei mit Rinderbacon, Sauce Hollandaise und Frühlingszwiebeln oder auch ein Avocado-Ei-Brot. Rührei, Spiegelei, mal mit Sucuk, Menemen, Omelett mit Feta und Tomaten sowie Pancakes und Waffeln können Gäste bestellen, ebenso wie sogenannte Egg Drops, eine Art Sandwich – das ist in dem Fall Rührei mit Rinderbacon und Cheddar in einem Brioche-Brot mit Sambalhollandaise und Salat, ein Trend aus Korea, der sich auch in Deutschland bei immer mehr Frühstücken und Brunches finden lässt. Weil das bei vielen Gästen gut ankomme, plant Ahmed Bülgen, weitere Egg-Drop-Varianten neu auf die Karte zu nehmen. „Auch Omelett ist sehr beliebt.“
Ein Schuss Milch gehört hinein
Und wie gelingt ein gutes Rührei? „Ein Schuss Milch gehört mit rein, ganz klassisch ist bei uns kein Muskat drin“, verrät Bülgen. Beliebter Fehler zu Hause: „Der Herd wird zu heiß gestellt.“ Lieber auf niedriger Hitze das Ei immer wieder in der Pfanne von vorne nach hinten schieben. Die Eier beziehe er von einem regionalen Bauern, sagt Bülgen. „Das sind hier locker ein paar Hundert Stück die Woche für alles.“
Umfangreich ist die Auswahl auch im Café Mademoiselle im Kurzen Hagen, wo es verschiedene Frühstücke gibt – mal süß, mal glutenfrei, mal vegan oder vegetarisch. „Das Ei gehört zum Frühstück dazu, das ist immer dabei“, sagt Inhaber Regif Al Omar. Selbst wenn Gäste „nur“ ein Croissant bestellen, bestellen sie oft ein Ei dazu, so Al Omar. Auch auf Sandwiches finden sich Eier, die Al Omar im Supermarkt kauft. Er rät: „Für ein gutes Omelett muss man sich Zeit nehmen, immer daneben stehen, damit es nicht verbrennt, aber auch nicht zu glitschig wird bei der Zubereitung.“ Auf Wunsch kocht er auch Eierspeisen mit Zutaten nach Wahl.
Auch zur Mittagszeit beliebt
Tirej Baris, Inhaber des Cafés Le Garcon im Hohen Weg, möchte sein Ei-Rezept nicht verraten, im Angebot hat er Rührei mit Gemüse, Brötchen und Butter, auf Wunsch macht er auch Spiegeleier – und das nicht nur zu Frühstückszeiten. Rührei sei für viele auch ein beliebtes Mittagspausen-Essen. Die Eier kauft er bei Bernd Kaune nebenan auf dem Wochenmarkt. Übrigens empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, nur ein Ei pro Woche zu essen.


