Hildesheim - Liebe Ärzte, diesen Text hier können Sie heute überspringen, der ist superlangweilig, glauben Sie mir. – Also, wo wir jetzt unter uns sind, liebe Leserinnen und Leser: Neulich hatte ich mal richtig Bock auf Pommes. Also so richtig, Sie wissen schon. Dabei esse ich sonst vor allem Grünzeug. Na ja, und Nudeln. Und Schokolade. Aber nie Dinge, die a) viereckig sind, b) Augen haben oder hatten oder c) Zutaten enthalten, deren Namen ich nicht aussprechen kann. Pommes kann ich prima aussprechen, Kartoffeln sind rund, und bekanntlich schmeckt nichts besser als das, was man sich wirklich wünscht – ich also los.
„Worauf man Appetit hat, das verträgt man auch!“
Unterwegs fiel mir eine Geschichte ein aus der Zeit, als ich noch Kind war: Mein Opa wurde damals so krank, dass er in ein Krankenhaus kam, und in der DDR, wo wir lebten, bedeutete das ein superstrenges Reglement. Nur ganz kurze Besuchszeiten, nur ein oder zwei Besucher, und wehe, die brachten Süßigkeiten oder was Leckeres mit. Dann aber gestand Opa, er hätte so Lust auf Bier und Kartoffelsalat mit Würstchen – was ihm natürlich strengstens untersagt war. Er würde es nicht vertragen, meinten die Ärzte. Blödsinn, sagte meine Mutter, worauf man Appetit hat, das verträgt man auch! Beim nächsten Mal schmuggelte sie Kartoffelsalat, Würstchen und Bier an der Aufsicht vorbei an Opas Bett, dem das alles nicht nur wunderbar schmeckte, sondern auch bestens bekam. Gesund wurde er davon freilich nicht, aber sehr glücklich.
Tja, und was soll ich Ihnen sagen? Liebe und Leichtsinn sind immer noch die schönste Kombination. Am Pommesstand legte ich 3,50 Euro auf den Tresen und bekam sagenhafte, ach was sag ich: die allerbesten Pommes der Welt.
