Einbruch im Museum

Einbruch ins Hildesheimer RPM: Unbekannte Täter stehlen nachts antike Kostbarkeiten

Hildesheim - Einbrecher sind ins Roemer- und Pelizaeus-Museum eingestiegen, Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen aufgenommen. Was wurde gestohlen? Und wie konnten die Täter ins Gebäude gelangen?

Wie konnten die Einbrecher ins Museum eindringen? Vermutet wird, dass sie durch ein rückwärtiges Fenster im ersten Obergeschoss ins Haus gelangt sind. An den Neubau schließt sich direkt das Gebäude der ehemaligen Martinikirche an. Foto: Christian Harborth

Hildesheim - Großer Schreck im Roemer- und Pelizaeus-Museum (RPM): Dort haben sich nachts Einbrecher zu schaffen gemacht – und drei Kostbarkeiten aus den Beständen des Hauses gestohlen.

Wie die Polizei erst jetzt bekanntgegeben hat, kam es bereits in der Nacht von Sonntag, 29. Oktober, auf Montag, 30. Oktober, zum Einbruch. Die Täter sollen laut Polizei nach 20 Uhr in das Gebäude Am Steine eingedrungen sein. Erst am nächsten Morgen gegen 7.30 Uhr wurde der Einbruch bemerkt, heißt es im Polizeibericht. „Mitarbeiter im RPM haben den Einbruch entdeckt“, bestätigt Christina Wotschke, Pressesprecherin der Hildesheimer Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage.

Zunächst nur Einbruchsversuch?

Die Leitende Direktorin Lara Weiss verständigte daraufhin umgehend die Polizei. „Es ist ein riesiger Schreck für uns“, sagt die 43-jährige Ägyptologin der HAZ in einer ersten Reaktion. So etwas wünsche sich keine Museumsdirektorin. Die Beamten der Hildesheimer Polizei nahmen das Geschehen auf, werteten den Einbruch zunächst jedoch nur als Versuch. Denn bei der Begutachtung des Tatorts gingen Polizei und Museumsleitung noch davon aus, dass keine Objekte oder Gegenstände gestohlen worden waren.

Doch nach der ersten Erleichterung wurde in den folgenden Tagen im Museum weiter gründlich nachgeforscht. Mit traurigem Erfolg: Am Donnerstag wurde dann nämlich klar, dass die Täter sehr wohl Wertgegenstände aus dem Museum gestohlen hatten. „Drei antike Objekte“, bestätigt Pressesprecherin Wotschke. Erneut machten sich Polizeibeamte auf den Weg ins Museum, um an den jeweiligen Tatorten weitere Spuren sichern zu können.

Wie kamen die Täter ins Haus?

Bisherigen Ermittlungen zufolge verschafften sich die Eindringlinge vermutlich über ein Fenster im rückwärtigen Bereich des Museums Zugang. Das Fenster befindet sich allerdings im ersten Obergeschoss des Hauses. Auf welche Art und Weise die Einbrecher diese Fenster erreichten, ist bislang nicht bekannt. Aus dem betroffenen Raum entwendeten die Täter dann die Kostbarkeiten: zwei Kerzenleuchter sowie ein größeres Gefäß – einen sogenannten Schultertopf. Wo sich die Gegenstände genau befunden haben, ob sie Bestandteil einer Ausstellung waren, dazu machen die Verantwortlichen aus ermittlungstaktischen Gründen keinerlei Angaben. „Das ist Täterwissen“, begründet Staatsanwältin Wotschke. Auch zur Höhe des Schadens gibt sie derzeit keine Auskünfte.

Für die Aufklärung der Straftat bitten Beamten des zweiten Fachkommissariat in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft, dass sich Zeugen melden, die in der Nacht von Sonntag auf Montag etwas bemerkt haben. Die Telefonnummer der Polizei Hildesheim lautet 05121/939-115.

Museumschefin hofft auf schnelle Aufklärung

„Ich verurteile diese Tat und hoffe, dass der Fall schnell aufgeklärt werden kann“, sagt Museumsdirektorin Lara Weiss. Sie ist seit Mai Chefin im RPM. Nach ihrer Kenntnis handelt es sich um den ersten Einbruch in das Haus. Ob nun über weitere Sicherungsmaßnahmen nachgedacht werde, auch dazu könne sie derzeit nichts sagen.

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