2:1-Sieg in Egestorf

„Einfach nur geil!“ Finn Kiszka schießt den VfV 06 Hildesheim in der Nachspielzeit ins NFV-Pokal-Halbfinale

Egestorf/Hildesheim - Lange Zeit tun sich die Borussen in Egestorf schwer, doch in der Schlussphase schlagen sie zweimal eiskalt zu – und der Traum von der erneuten DFB-Pokal-Teilnahme lebt weiter.

Fred Mensah und Hassan El-Saleh bejubeln den Last-Minute-Sieg. Foto: Maximilian Willke

Egestorf/Hildesheim - Was für ein Wahnsinn! Alles sah nach einem Elfmeterschießen aus – da traf Finn Kiszka im NFV-Pokal-Viertelfinalspiel beim FC Egestorf-Langreder in der 6. Minute der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg für den VfV Borussia 06 Hildesheim. Danach pfiff der Schiedsrichter die Partie ab. Der Traum von der Titelverteidigung und der erneuten DFB-Pokal-Teilnahme lebt also weiter in Hildesheim.

Lange Zeit schwer getan

Lange Zeit sah es am Mittwochabend gar nicht mal gut aus für die VfV-Fußballer. Denn das Pokalduell lief zunächst ähnlich ab wie das Punktspiel vor zwei Wochen, das mit 0:2 verloren gegangen war. Der VfV 06 hatte wesentlich mehr Ballbesitz als die Gastgeber, machte daraus aber zu wenig. Denn spätestens an der Strafraumgrenze waren die Borussen mit ihrem Latein am Ende. Der letzte Pass kam nicht an. Ein Schuss ans Außennetz von Finn Kiszka war noch die gefährlichste Aktion.

Die Egestorfer gewannen mehr Zweikämpfe und lauerten auf schnelle Konter. Zu Torchancen kamen aber auch sie zunächst nicht – bis zur 38. Minute. Einen Eckball wehrte VfV 06-Torwart Kilian Neufeld mit der Faust ab. Doch die Egestorfer kamen erneut in Ballbesitz. Die Borussen griffen nicht energisch genug ein und Adrian Becker traf aus kurzer Distanz zum 1:0.

Zweimal Aluminium

Mit etwas mehr Schwung kam der Pokalverteidiger aus der Pause. Prompt ergab sich die erste echte Chance. Nach einer Ecke von Yannik Schulze tropfte der Ball nach Yusuf Akdas’ Kopfball auf die Latte (49.). Doch auch die Gastgeber hatten Aluminium-Pech. Lasse Denker setzte sich gegen Akdas durch und traf aus spitzem Winkel den Pfosten (70.).

Aus dem Spiel heraus taten sich die VfVer weiter schwer, Chancen zu kreieren. In der 83. Minute bekamen sie einen Freistoß an der Strafraumgrenze. Mohammad Baghdadi legte sich den Ball zurecht und zirkelte ihn über die Mauer hinweg und unhaltbar für FCE-Keeper Eric Schröder in den Winkel – ein herrlicher Treffer zum 1:1.

Schuss in den Winkel

Sehr zur Freude der Hildesheimer Fans unter den knapp 200 Zuschauern, die ihr Team zur Schlussoffensive antrieben. Und dann kam Finn Kiszka, der am Samstag beim 5:1-Punktspielsieg in Schöningen dreimal getroffen hatte. Zunächst vergab er eine gute Chance, doch dann drang er mit Tempo in den Strafraum ein und schoss den Ball platziert in die lange Ecke. Es war die allerletzte Aktion des Spiels – und der Siegtreffer für den VfV 06.

„Der Glaube war noch da“

„Der Glaube war noch da“, meinte Borussen-Trainer Marcel Hartmann, doch er hatte auch schon über das Elfmeterschießen nachgedacht. „Aber dann macht es Finn einfach überragend.“ Er ergänzte: „Wir waren über die gesamte Spielzeit dominant, der Sieg ist verdient.“ Das Fazit des Siegtorschützen fiel kurz aus: „Das ist einfach nur geil!“

von Thorsten Berner und Maximilian Willke

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