Großübung

Eine fiktive Explosion, Feuer, Verletzte: Mehr als hundert Lebensretter aus der Region üben am Hildesheimer Hafen für den Ernstfall

Hildesheim - Einsatzkräfte der Malteser, des DRK, der DLRG und des THW aus der Region Hildesheim und Hannover sind am Samstagmorgen zu einer Großübung am Hildesheimer Hafen ausgerückt. Dort proben sie vor allem die Rettung von Schwerverletzten über den Wasserweg.

Weil der Landweg in dem fiktiven Einsatzszenario abgeschnitten ist, rücken die Lebensretter über das Wasser an. Foto: Geoffrey Mey

Hildesheim - Der Alarm geht um 9 Uhr morgens: Eine Explosion erschüttert einen Metall-Recycling-Betrieb am Hildesheimer Hafen. Feuer bricht aus, es gibt zahlreiche Verletzte. Die Zufahrt über Straßen zum Unglücksort ist nicht möglich, deswegen rücken die Lebensretter vom Wasser aus an. Zum Glück ist das alles ein rein fiktives Szenario – mit durchaus ernstem Hintergrund: Mehr als hundert Einsatzkräfte von DLRG, DRK, Maltesern und THW sind am Samstag zu einer Großübung in Hildesheim ausgerückt und proben für den realen Notfall.

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Rund 25 Laien-Darsteller spielen die Verletzten mit mehr oder weniger lebensbedrohlichen Blessuren. Doch sie können nicht über den Landweg gerettet werden. Deswegen kommen die Einsatzkräfte mit Booten über den Stichkanal angefahren. Zuerst müssen die Opfer untersucht und stabilisiert werden, dann werden sie abtransportiert und an einem zentralen Ort gesammelt. Dort findet die fiktive Triage statt: Welche Patienten werden zuerst versorgt? Wer kann noch warten – oder hat keine Chance mehr, gerettet zu werden?

Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt

Auch wenn es hier nicht wirklich um Menschenleben geht: Die Probe ist für die humanitären Organisationen und ihre Einsatzkräfte von großer Bedeutung, wie Charlotte Jarosch von Schweder, Pressesprecherin der Malteser, erklärt: „Solche Übungen sind wahnsinnig wichtig, um sich resilienter für solche Einsätze zu machen.“ Das gelte für jeden einzelnen, aber vor allem auch für das Team und die Zusammenarbeit. Bei einer Großübung wie dieser seien Fehler verzeihbar – im Ernstfall jedoch nicht. „Wir üben, damit jeder Handgriff sitzt, wenn es darauf ankommt.“ Die Übung werde noch bis zum Nachmittag dauern, so Jarosch von Schweder.

Mit Geoffrey May

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