Arbeiten stehen bevor

Einer der idyllischsten Orte in Hildesheim: Warum am Marienroder Teich jetzt Bäume gefällt werden

Hildesheim - Der Marienroder Teich ist wohl einer der schönsten Orte in Hildesheim – doch in der kommenden Woche röhren dort die Kettensägen. Der Pächter, das Bistum Hildesheim, will einige der Pappeln fällen lassen. Warum eigentlich?

Idylle mit Risiko: Die schiefstehenden Pappeln am Marienroder Teich könnten bei Starkregen den Damm gefährden. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Blick auf das Kloster, alte Bäume und Wasser: Wer über die schönsten Orte in Hildesheim spricht, denkt wahrscheinlich auch an den Marienroder Teich. Doch ausgerechnet hier werden in den kommenden Tagen Kettensägen zu hören sein. 18 Pappeln auf der Westseite des Teiches sollen von einer Fachfirma gefällt oder zurückgeschnitten werden. Zuvor hatten ein Gutachten von Baumexperten sowie die Einschätzung eines Ingenieurbüros ergeben, dass der Damm bei extremer Wetterlage Schaden nimmt. Schon 2017 war bei einem Starkregen der Damm überspült worden und drohte zu brechen. Nun soll verhindert werden, dass sich eine solche Situation wiederholt.

Wie das Bistum Hildesheim mitteilt, neigen sich mehrere Bäume bereits stark in Richtung Wasser und könnten bei Sturm oder starkem Regen umstürzen. Dabei reißen sie Wurzeln und Erde mit – und schwächen somit den Damm. Besonders kritisch wäre eine Überströmung: Dabei könnte die Böschung aufweichen und abrutschen – mit möglichen Folgen für die Mühle sowie für eine dort verlaufende Trinkwasserleitung.

„Notwendige Sicherheitsmaßnahme“

„Es ist eine notwendige Sicherheitsmaßnahme zur Gefahrenabwehr“, erklärte der Pressesprecher des Bistums, Volker Bauerfeld. Die betroffenen Pappeln stehen innerhalb des Landschaftsschutzgebiets Marienrode, weshalb die Untere Naturschutzbehörde in die Planungen eingebunden wurde. Als Ausgleich sollen auf der gegenüberliegenden Seite des Teiches neue Laubbäume gepflanzt werden.

Wann genau die Arbeiten beginnen, ist noch unklar. Geplant sei ein Start im Verlauf der kommenden Woche. Ob Wege gesperrt werden, werde die beauftragte Fachfirma kurzfristig entscheiden. Sicher ist laut Bistum nur, dass die Baustelle so abgesichert wird, dass Spaziergängerinnen und Radfahrer gefahrlos vorbeikommen können. Um das Szenario aus 2017 nicht zu wiederholen, soll am Auslaufwerk des Damms eine Pegelmessanlage installiert werden, die den Wasserstand überwacht und bei kritischen Werten automatisch warnt. Als Pächter ist das Bistum verpflichtet, für Sicherheit zu sorgen – auch wenn das bedeutet, dass an einem der ruhigsten Plätze der Stadt die Motorsägen zu hören sein werden.

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