Bei Hempens unterm Sofa

Einmal Pommes Schranke und dazu ein echtes Hörspiel am Imbiss

Hildesheim - Wer glaubt, Verkäuferinnen und Verkäufer an Imbissen haben es leicht, der irrt gewaltig. Es braucht manchmal eine Menge Geduld, bis die Kunden zufrieden sind. Andrea Hempen kann es bezeugen.

Ein Hüngerchen treibt Andrea Hempen zu einem gut sortierten Imbiss. Eine Mahlzeit mit guter Unterhaltung. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Es ist Mittagszeit, und ich komme gerade vom Termin, als ich ein Hüngerchen verspüre. Was könnte ich denn Schönes essen?, überlege ich so. Und komme auf Pommes Schranke. Das gibt es ausgesprochen selten, aber der Gedanke sitzt so fest im Hirn, dass mein Magen jegliche andere Nahrung nur höchst unzufrieden zur Kenntnis nehmen würde. Also, ein Stopp an einem Imbiss mit recht großem Angebot.

Sieht aus wie Sülze

Ich ordere meine Pommes und trage sie vorsichtig an einen Stehtisch. Ganz in der Nähe zum Tresen, an dem die Bestellungen aufgegeben werden. Ein einmaliges Hörspiel, denn ich stehe mit dem Rücken zur Durchreiche. „Haben Sie Sauerfleisch?“, fragt eine Kundin. Die Frau in der heißen Wurstschmiede bejaht. „Wie sieht das denn aus?“ Der folgenden Stille nach zu urteilen, geht die Imbissfrau zum Kühlschrank. „Ah ja. Wie Sülze“, sagt die Kundin. Die Verkäuferin: „Na, wie Sauerfleisch. Wollen Sie das haben?“ Die Kundin bittet um etwas Zeit, ihr Mann würde sich das Fleisch sicher auch mal ansehen wollen. Stille.

Mit Extra-Zwiebeln?

Der Mann kommt dazu. Die Frau erklärt schnell die Sachlage und endet mit: „Oder Spießbraten?“ Ich platze fast vor Spannung, während ich versuche, mit einem Holzpiekser diese kleinen harten Pommesstückchen, diesen Pommes-Beifang, aufzuspießen. „Nö“, sagt er, „Sauerfleisch.“ „Das dann zweimal?“, erkundigt sich die Imbissfrau. „Jawohl, zweimal mit Bratkartoffeln.“ Die Imbissfrau füllt offenbar die Teller und erkundigt sich, ob das Paar Extra-Zwiebeln auf die Bratkartoffeln wolle. Der Mann: „Wennse welche haben.“ In Gedanken antworte ich für die Verkäuferin: „Nein, aber ich dachte, es wäre ganz lustig, Ihnen das einfach mal anzubieten und dann die Enttäuschung in Ihrem Gesicht zu sehen.“ Das Paar tritt mit vollen Tellern von dem Tresen ab.

Der nächste Kunde bestellt zweimal Currywurst, bei der einen Portion darf die Currysoße aber nicht die Pommes berühren, die Bedienung möge doch so nett sein, darauf zu achten. Der letzte Kunde, bevor mein letzter Pommes in den Mund wandert, bestellt eine Wurst. Mit Brötchen. „Sind die Brötchen knusprig?“, will er wissen. Die Verkäuferin bejaht das freundlich. Ob er es mal anfassen könne, das Brötchen? Ein „Hoch sollen sie leben!“ auf alle Bedienungen an den Imbissen dieser Welt. Was für ein harter Job.

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